Minahasa Hochland

Main Image

Das kühle, freundliche Gebirgsstädtchen Tomohon (22km von Manado) liegt in einem Tal, umrahmt von Bambushainen, Bergwäldern, Obstbäumen sowie grossen Gemüsefeldern an den Hängen der aktiven Vulkane Gunung Lokon und Gunung Mahawu. Das milde Klima ist ideal für Obst- und Gemüseanbau. Überall sieht man farbenprächtige Blumengärten und etliche Blumenläden säumen den Strassenrand. Die Stadt wird auch Kota Bunga (Stadt der Blumen) genannt. Entlang der Strasse werden Korbwaren aus Bambus und Gebrauchskeramiken der Töpfer aus Pulutan verkauft.

Blumenladen in Tomohon

Wir hatten ein Doppelzimmer mit Gemeinschaftsbad im Cekakak Hostel vorausgebucht. Dieses gehört zum Mountain View Resort und liegt im Dorf Kinilow, unmittelbar vor Tomohon. Das Hostel befindet sich in einem traditionellen Minahasa-Holzhaus. Wie immer in einer Bergregion wurden auch hier zahlreiche Touren (Wanderungen, Vulkanbesteigung, Vogelbeobachtung etc.) angeboten. Doch wir bevorzugten es ein Moped zu mieten und auf eigene Faust die Gegend zu erkunden. Am ersten Tag fuhren wir via Tomohon zum Danau Tondano. Der etwa 50km2 grosse und 60m tiefe See befindet sich inmitten einer leuchtend grünen Umgebung. Zum Wasser hin gehen die Reisfelder in ein Sumpfgebiet über in dem Enten gezüchtet werden. Das Ufer des Sees säumen Ausflugsrestaurants und kleine Dörfer, deren Bewohner von der Fischzucht leben. Nur selten fahren öffentliche Verkehrsmittel auf der schmalen Strasse am See entlang. Wir fuhren die landschaftlich reizvolle Strecke am Westufer entlang bis zum Dorf Remboken. Unterwegs hielten wir bei einem im Grünen versteckten, gemütlichen Häuschen direkt am See. Die nette Hausbesitzerin sprach zwar kein Englisch, aber zauberte uns ein leckeres Nasi Goreng (Gebratener Reis). Während dem Essen genossen wir die herrliche Aussicht auf den Tondano-See. Wenn die Einheimischen uns auf dem Moped sahen, wurden wir lachend mit "Hey Mister!" begrüsst. Wir sahen keinen einzigen Touristen auf unserem Ausflug zum Tondano-See.

Am Danau Tondano

Weiter ging die Fahrt ins bekannte Dorf Woloan, wo fast alle traditionelle Minahasa Holzhäuser gebaut werden. An beiden Strassenseiten kann man den Handwerkern bei der schweisstreibenden Arbeit zusehen. Viele Resorts (auch aus Bunaken oder Lembeh) bestellen hier ihre Bungalows. Teilweise werden die Häuser auch ins Ausland (z. B. Philippinen) exportiert. Das verwendete Tropenholz ist qualitativ hochstehend und stammt vorwiegend aus Zentral-Sulawesi. Doch durch die Abholzung leidet der Regenwald und dessen tierische Bewohner sehr...

Traditionelles Minahasa Holzhaus in Woloan

Am nächsten Tag fuhren wir mit dem Moped zum Danau Linow, welcher etwa 1km vom Dorf Lahendong entfernt ist. Der idyllische Kratersee liegt inmitten einer Gegend, die von vulkanischen Aktivitäten geprägt ist. Der besonders hohe Schwefelgehalt im Zusammenspiel mit Algen sorgen dafür, dass der See in vielen verschiedenen Grün-, Braun-, Gelb-, Türkis- und Rottönen schimmert. An mehreren Stellen steigt schwefelhaltiger, heisser Dampf aus dem Erdinnern empor, aus dem in einer Versuchsstation jenseits des Sees Thermalenergie gewonnen wird. Wir genossen das Farbenspiel von der Restaurant-Terrasse aus und assen dazu köstliche Pisang Goroho Goreng mit scharfem Sambal. Leeecker!

Farbenspiel am Danau Linow

Nach dem Stopp am Danau Linow machten wir uns auf den Weg zum Gunung Mahawu, ein 1'328m hoher Vulkan. Nachdem wir uns in einem Buch registriert hatten, parkierten wir unser Moped und stiegen die Beton-Treppe hoch, welche langsam von der Natur zurückerobert wird. Der Krater hat einen Durchmesser von ca. 200m und ist ungefähr 150m tief. In seinem Innern sammelt sich je nach Jahreszeit und Niederschlagsmenge ein kleiner Kratersee, aus welchem Schwefeldampf aufsteigt. Leider war es bewölkt und die Sicht reichte nur bis zum kleinen Kratersee. Bei gutem Wetter hat man einen fantastischen Ausblick über Bunaken, Manado bis hin zur Lembeh Strait. Den Gunung Lokon bestaunten wir nur von Weitem, da dieser jederzeit ausbrechen könnte und eine Besteigung momentan verboten ist.

Beton-Treppe beim Aufstieg am Gunung Mahawu

Tomohon ist auch bekannt für den exotischen lokalen Markt. Täglich werden nebst frischem Gemüse und Obst auch Schlangen, Flughunde und Ratten am Spiess angeboten. Der Fleischabteilung muss einem Schlachthof gleichen, überall Blut und der Gestank von toten Lebewesen. Hunde werden in zu kleinen Käfigen gehalten. Der Käufer kann sich den gewünschten Hund aussuchen. Der Schlachter tötet das Tier auf der Stelle, mit einem Hieb auf den Kopf. Im Internet habe ich grauenhafte Artikel darüber gelesen, welche mich zu Tränen rührten. Wir als Vegetarier und Tierfreunde haben den exotischen Markt in Tomohon gemieden. Rund um Tomohon gibt es immer noch Pferdekutschen als Verkehrsmittel. Die oft abgemagerten Tiere verbringen den ganzen Tag im lärmigen von Abgas verpesteten Verkehr. Wenn sie mal keine Fahrgäste transportieren, müssen sie meistens an der prallen Sonne warten - ohne Wasser. Ich hoffe, dass die Tierquälerei bald aus Tomohon verbannt wird!

Hello Kitty-Haus (Bäckerei) & Pferdekutsche in Tomohon

Abends fuhren wir jeweils mit unserem Moped nach Tomohon ins Restaurant Green Garden, welches uns empfohlen wurde. Wir schlemmten alleine auf der Terrasse mit wunderschöner Aussicht auf den Gunung Lokon. Nach drei Nächten in Kinilow fuhren wir Morgens zurück nach Manado, um von dort mit dem lokalen Bus Richtung Süden nach Gorontalo zu reisen.

Kommentar abgeben