Insel Leyte (Süden)

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Gegen 10:00h Morgens machten wir uns auf den Weg nach Leyte. Mit dem Tricycle fuhren wir von Anda nach Guindelman. Dort warteten wir auf den Bus von Ceres Liner. Wir erwischten leider einen klimatisierten Bus. Die Temperatur zeigte 15 Grad im Bus und 30 Grad Draussen an! Wir bevorzugen definitiv Busse mit Fenstern zum Öffnen und ohne Klimaanlage. In diesen gibt's auch keine TV's mit schlechten Hollywood-Filmen 😉 Von Ubay fuhren wir mit der Montenegro Fähre nach Bato. Mit dem Bus (yeah, non-aircon!) ging's bis Maasin, der Hauptstadt der Provinz Süd-Leyte. Beim grossen Bus-Terminal mussten wir nochmals umsteigen. Es gab ATM's, Fress-Stände, Fastfood-Ketten, Supermarkt, Gemüse- und Früchtestände. Und am Boden auf Tüchern ausgelegt, wurden unzählige Secondhand-Schuhe angepriesen. Da wir keinen Bedarf hatten, kauften wir lieber exotische Früchte.

Secondhand-Schuhe beim Bus-Terminal

Schliesslich erreichten wir um 19:00h unser Ziel Candatag. Der Bus stoppte direkt vor unserer Unterkunft, dem Leyte Dive Resort (LDR), welches direkt an der schönen Sogod-Bay liegt. Das Resort wird von Bruno (Schweizer) und seiner philippinischen Frau geleitet. Wir wurden herzlich empfangen und waren die einzigen Gäste. Perfekt 😁

An unserem ersten Tag in Süd-Leyte mieteten wir bei Bruno ein Motorrad. Wir machten einen Rundtrip, welcher an der Sogod-Bay und dann durch's hügelige Landesinnere bis an die Küste nach Bato führte. Von dort fuhren wir dieselbe Strecke, die wir am Vortag bei Dunkelheit mit dem Bus bewältigten. Wir genossen die Fahrt durch etliche grüne Reisfelder. Auf Empfehlung von Bruno assen wir im Restaurant Kiosko köstlichen Seafood. In Maasin gingen wir in den Supermarkt, kauften Früchte und leerten den ATM 😉 In Padre Burgos machten wir Halt beim Peter's Dive Resort. Dieses sagte uns jedoch überhaupt nicht zu. In Malitbog gingen wir an den lokalen Markt und waren einmal mehr DIE Attraktion. Wir kauften eine 10l-Flasche Wasser und Snacks. Vollbeladen fuhren wir zum LDR zurück. Es war eine herrliche Rundfahrt in Süd-Leyte.

Aussicht auf die Sogod-Bay

Die nächsten Tage verbrachten wir mit tauchen/schnorcheln. Pädu sah viele Makros wie Frogfish, Garnelen, Seepferdchen, Nacktschnecken etc. Auch ich kam auf meine Kosten. Es hatte tolle Schnorchelplätze - Muränen, viele farbige Fischli, wunderschöne Korallenblöcke und natürlich meine liebsten Nemos. Am ersten Tag hatten wir das Tauchboot für uns alleine. Und ich hatte das grosse Glück einen Walhai zu sehen! Nach dem Schnorcheln wärmte ich mich mit einer Tasse heissen Tee auf. Die Bootsmänner und ich warteten auf die beiden Taucher. Plötzlich rief der Bootsmann "whale shark!" und ich dachte nur "Hahaha, lustiger Scherz!". Doch dann sah ich den wunderschönen Riesen. Der Walhai schwamm ganz nah an unserem Boot vorbei, direkt an der Wasseroberfläche. Unglaublich! Als ich kurze Zeit später mit Schnorchelausrüstung im Wasser war, sah ich den Walhai leider nicht mehr. Ich werde diesen unbeschreiblichen Moment nie im Leben vergessen.

Frogfish ca. 5cm (Foto von Ryan Gray)

Am Folgetag reiste ein nettes britisches Paar an. Pädu ging mit den Beiden und dem witzigen einheimischen Dive Guide Arnold tauchen. Sie machten auch interessante Nachttauchgänge beim Pier in Padre Burgos oder direkt vor unserem Resort. Ich freute mich jeweils auf die schönen Fotos und Videos, die sie vom Nachttauchgang mitbrachten.

Für Sonntag war ein Walhai-Ausflug angesetzt. Voraussetzung: sonniges Wetter, wenig Wellengang. An der Ostseite der Sogod-Bay tummeln sich zwischen November und April Walhaie. Gemäss Arnold wurde letztes Jahr jedoch keiner gesichtet. Aber diese Saison haben sie bereits einige Walhaie entdeckt. Und ich hatte ja auch den Beweis vor ein paar Tagen erhalten 😉 Der Walhai ist der grösste Hai und zugleich der grösste Fisch der Welt. Der bisher längste gemessene Walhai war 13,7m lang. Sie ernähren sich von Plankton und anderen Kleinstlebewesen, die sie durch Ansaugen des Wassers filtrieren. Der Walhai kann bis zu 100 Jahre alt werden.

Vergleich Grösse Walhai zu Mensch

Das Wetter machte mit und wir fuhren um 7:00h Morgens mit dem britischen Paar und zwei weiteren Touristen an die Ostseite der Sogod-Bay. Die Bootsfahrt dauerte ca. 1,5h. Dort angekommen, warteten wir auf unsere "Spotter". Das sind einheimische Männer, die in ihren kleinen Paddelbooten mit Taucherbrillen nach Walhaien suchen. Wenn sie ein Tier gesichtet haben, wird mit dem Paddel gewunken. Ein Einheimischer betrat unser Boot und gab uns Anweisungen wie wir uns verhalten sollten. Es darf nur geschnorchelt werden, keine Taucher. Man muss mind. 4m Abstand zum Walhai halten. Den Walhai nicht anfassen. Pro Walhai ein Boot. Es waren jedoch noch weitere Boote mit Touristen vor Ort und die letzte Regel wurde überhaupt nicht eingehalten. Wir sahen drei Mal einen Walhai und es war fantastisch mit diesen wunderschönen Riesen zu schwimmen. Leider waren die Walhaie tief und nicht an der Wasseroberfläche. Beim dritten Walhai waren wir die Ersten und konnten den Giganten kurze Zeit für uns geniessen. Doch im Allgemeinen fanden Pädu und ich das Ganze etwas fragwürdig. Ganz klar zu viele Leute pro Walhai!!! Das Problem war auch, dass die anderen Schnorchler keine Rücksicht nahmen. Pädu hatte sogar Flossen im Gesicht, grrrr. Aber immer noch besser als in Oslob (Cebu), wo die Tiere täglich gefüttert werden und es zu geht wie im Zirkus. Wir haben viel Schlechtes über Oslob aus erster Hand gehört und auch gelesen. Wir sind immer skeptisch bei Ausflügen, die mit Tieren zu tun haben. Wir informieren uns jeweils vorher so gut es möglich ist. In den meisten Fällen entscheiden wir uns dann gegen den Ausflug. Es ist traurig zu sehen wie die Menschen mit Tieren umgehen und deren natürliche Umgebung zerstören. Die Walhaie waren wild und wurden nicht gefüttert. Es ist einfach Schade, dass die Regeln nicht wirklich eingehalten werden.

Walhai (Foto von Ryan Gray)

Was unsere Verpflegung anbelangt, assen wir immer in unserem Resort. Es hatte keine Restaurants oder Essensstände in der Nähe. Aber da die Speisen saulecker waren, störte uns dies nicht. Eine Spezialität der Gegend ist Halang-Halang (= spicy spicy). Ein scharfes Gericht mit frischer Kokosnussmilch, Ingwer und Chilis. Leider entdeckten wir das an ein Thai-Curry erinnernde köstliche Mahl erst an unserem letzten Tag.

Wir verbrachten acht Nächte im gemütlichen Leyte Dive Resort. Das Tauchen/Schnorcheln war wirklich toll. Bruno und sein Team waren freundliche Gastgeber und wir würden jederzeit wieder im LDR absteigen. Unsere Reise geht weiter auf die Insel Siargao.

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