Insel Siquijor

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Die Überfahrt mit der Autofähre von Dumaguete (Insel Negros) nach Larena, welches sich im Norden der Insel Siquijor befindet, dauerte etwas über eine Stunde. Wir sahen während der Fahrt sogar Delfine - wie schööön! Am Hafen verhandelten wir mit einem Tricycle-Fahrer den Preis zum Kiwi Dive Resort, welches am Sandugan Beach liegt. Da es an diesem Strand nur drei Unterkünfte gibt und zur Zeit Hochsaison ist, hatten wir im Kiwi Dive Resort per Mail ein Zimmer reserviert. Doch trotz der Reservation wurde uns an der Rezeption mitgeteilt, dass sie ausgebucht sind. Genervt machten wir uns auf ins Nachbar-Resort. Die Anlage des Islander's Paradise Beach Resort gefiel uns besser als das Kiwi Dive Resort. Sieben Cottages direkt am schönen Sandugan Beach und das Achte "Bea" liegt etwas oberhalb in einem Palmengarten. Wir wurden ins letzte freie Cottage "Bea" einquartiert. Das dritte und letzte Resort am Sandugan Beach heisst Casa de la Playa. Dieses entsprach nicht unserem Budget und auch sonst passte es uns nicht. Das Islander's Paradise Beach Resort war perfekt für uns. Am nächsten Tag wurde das Cottage "Helen" frei. Wir trugen unsere sieben Sachen die Treppe runter in unser gemütliches Zuhause direkt am Strand.

Unser Cottage Helen

Die Aussicht aus der Hängematte war traumhaft. Jeden Abend konnte man den kitschigen Sonnenuntergang über dem Meer bewundern. Wir mieteten für zwei Wochen ein Moped, da der Sandugan Beach etwas abgelegen ist. Man erreichte die Hauptstrasse über einen Schotterweg, der an lokalen Holz-Häuschen vorbei führte. Die meckernden Ziegen waren einzeln mit einer Schnur an Palmen festgebunden, damit sie nicht davon laufen. Faule Hunde, magere Kühe, verwirrte Hühner und spielende Kinder versperrten den Weg. Eine fette Sau döste im Schatten und die Filipinas wuschen Wäsche im schmutzigen Bach. Die Hauptstrasse, welche um die Insel führt, ist asphaltiert und in gutem Zustand. Somit konnten wir jederzeit nach Larena an den Markt fahren, um unseren Kühlschrank mit frischem Gemüse und exotischen Früchten zu füllen. Auch hatte es einige kleine "Supermärkte" im 15-Mopedminuten entfernten Larena. Einmal waren wir in der Hauptstadt der Insel, Siquijor Town, einkaufen. Da Larena jedoch näher war und wir auch alles Nötige bekamen, deckten wir uns dort mit Proviant ein. Manchmal kamen einheimische Frauen mit Körben bei den Cottages vorbei. Sie verkauften selbst gemachte Produkte wie frische Milch, Nature-Joghurt, Käse, Erdnussbutter, Ice-Candies und frittierte Bananen - yammy. Auf der Insel Siquijor findet man sehr viele lokale Produkte. Es gibt keine Malls oder Fastfood-Ketten auf der Insel. Wir fanden dies toll!

Frische hausgemachte Produkte

An einem Tag fuhren wir mit dem Moped um die Insel. Am bekannten Solangon Beach machten wir Halt und assen im Restaurant des Charisma Guesthouse zu Mittag. Die meisten Hotels auf Siquijor befinden sich am Solangon Beach, welcher sich im Westen der Insel befindet. Es ist ein schöner, langer Sandstrand mit Unterkünften für jedes Budget. An einem anderen Tag fuhren wir mit dem Moped durch's Inselinnere. Die meistens asphaltierte Strasse führte durch eine hügelige Dschungellandschaft. Wir besichtigten den schönen Cambugahay Wasserfall, in dessen drei Pools man baden konnte. Für Unterhaltung war gesorgt - die einheimischen Jungs machten Saltos ins erfrischende Nass.

"Tarzan" beim Cambugahay Wasserfall

Wieder an der Küste fuhren wir einen Naturweg entlang zum Kagusuan Beach, welcher etwas versteckt liegt. Es hatte nur vier andere Touristen am schönen Korallenstrand. Ich kühlte mich im Meer ab und wir verweilten einige Zeit. Danach besuchten wir den Salag Do-Ong Beach, welcher vor allem bei den Einheimischen äusserst beliebt ist. Es hatte ein überteuertes Restaurant, Zimmer und Picknick-Häuschen zum Mieten und sogar eine verrostete Wasserrutschbahn direkt ins Meer. Die Filipinos lieben Picknick. Die reichen Einheimischen beladen ihre Bonzen-Autos mit Essen, Trinken und der ganzen Familie. Dann fahren sie an einen Ort wie den Salag Do-Ong Beach, bezahlen Eintritt und mieten ein Picknick-Häuschen. Alle Speisen werden in die Mitte gestellt und Jeder bedient sich. Je mehr Tanduay (Rum) und Bier intus, desto lauter wird die Stimme beim Karaoke singen 😉 Eine weitere Lieblingsbeschäftigung in den Philippinen. Mit dem Moped fuhren wir an einem anderen Tag an den Paliton Beach. Leider sahen wir beim Schnorcheln nur Seegras. Wir fuhren weiter an den Solangon Beach, um im JJ's einen Snack zu essen. Die Speisen waren frisch und super lecker. Das JJ's ist eine beliebte Backpacker-Unterkunft.

Solangon Beach

Es gab ein paar Regentage, welche wir gemütlich in der Hängematte verbrachten. Doch die meiste Zeit hatten wir herrlichen Sonnenschein. Einige Meter vor unserem Resort konnte man gut schnorcheln. Es hatte wunderschöne Korallen, aber leider nicht sehr viele Fische. Wir sahen jedoch Meeresschildkröten und Pädu begegnete sogar zwei Rochen. Bei Ebbe musste man aufpassen, da es Seeigel hatte, die sich heimtükisch im Seegras versteckten. Es hatte zahlreiche schöne Seesterne, die ich immer wieder bewunderte. An einer Stelle hatte es ein natürliches Pool, in dem man auch bei Ebbe plantschen konnte. An beiden Seiten des Sandugan Beach hatte es Mangroven.
Abends assen wir immer in unserem Resort. Nachts ist es zu gefährlich mit dem Moped unterwegs zu sein. Es hat zahlreiche streunende Hunde, die gerne auf der Strasse liegen oder aus dem Nichts auftauchen und über die Strasse rennen. Dies war auch tagsüber der Fall. Mittags probierten wir mal die Küche im Kiwi Dive Resort und Casa de la Playa aus, aber die Speisen überzeugten uns nicht. Manchmal machte ich Salat, aber vorwiegend bestellten wir im Restaurant des Islander's Paradise Beach Resort was Leckeres. Für uns das beste Essen am Sandugan Beach. Auf Wunsch wurden die Speisen zum Cottage gebracht. Es war sehr gemütlich auf der Terrasse bei Kerzenschein und Meeresrauschen zu essen. Es gab regelmässig Stromausfall, was jedoch nicht weiter störte. Die hilfsbereiten Angestellten brachten dann  jeweils Kerzen vorbei. Ab 20.00h war es im Resort bereits totenstill, teilweise sogar früher. Die anderen Gäste waren fast alle Langzeit-Bewohner, welche früh zu Bett gingen. In der Dunkelheit waren die Einsiedlerkrebse unterwegs, welche Pädu und ich so gerne mögen. Es hatte ein paar wirklich grosse Exemplare, die wir bestaunten.

Grosser Einsiedlerkrebs

Da unser Cottage "Helen" reserviert war, mussten wir die letzten Nächte wieder ins "Bea" wechseln. Der Vorteil dieses Cottage ist die Grösse und der Nachteil sind die lästigen Moskitos. Es ist mir bis heute ein Rätsel wie diese Viecher genau herein gekommen sind. Es hatte an jedem Fenster einwandfreie Moskitonetze, komisch. In unserem Resort lernten wir Lou und Peter kennen, ein symphatisches Paar aus der Schweiz. Die Beiden luden uns zu einem köstlichen BBQ in ihrem Cottage ein. Lou zauberte leckere Bihon (Glasnudeln) mit frischem Gemüse, Reis und Gurkensalat zum grillierten Hühnchen. Zum Dessert assen wir eine Marang-Frucht. Der Geschmack war sehr aromatisch und süss und schmeckte cremig nach Banane und Ananas.

Marang-Frucht

Wir genossen einen gemütlichen Abend in netter Gesellschaft. An unserem letzten Abend auf Siquijor gingen wir mit Lou und Peter ins Restaurant Mol Mol, welches ca. 20 Gehminuten vom Islander's Paradise Beach Resort entfernt ist. Wir gönnten uns Pizza (mit Mozzarella!) und Rotwein, welchen Lou und Peter mitgebracht hatten. Ist ja toll, wenn man die Flasche Wein ins Restaurant mitbringen kann 😉 Die Pizza im Mol Mol ist wirklich wie beim Italiener - köstlich. Wir genossen die Zeit am Sandugan Beach ganz fest! Das einheimisch geführte Resort mit den freundlichen Angestellten, das gemütliche Cottage mit der traumhaften Aussicht, das schmackhafte Essen im Resort, die lokalen Produkte, der schöne Sandstrand, das türkisblaue Meer und die geschätzte Ruhe - herrlich <3 Peter hatte vollkommen Recht als er sagte "Ist das hier nicht das Paradies?!" Wir hoffen auf ein baldiges Wiedersehen. Doch nun geht unsere Reise via Dumaguete weiter auf die Insel Bohol.

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