Pulau Weh (Sabang)

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Ufff, was für eine Reise! 24 Stunden waren wir unterwegs von Ketambe nach Pulau Weh. Morgens am Strassenrand im verschlafenen Ketambe waren alle Minibusse von Kutacane kommend voll. Nach einer Stunde warten, nahm uns doch noch ein freundlicher Fahrer mit. Die Strecke bis Takengon war anstrengend. Die atemberaubende Natur entschädigte jedoch die Strapazen.

Unterwegs von Ketambe nach Takengon

Wir erreichten Takengon Abends um 21h und dank unserem Fahrer verpassten wir nicht den Anschluss nach Banda Aceh. Ich hatte mitgekriegt wie unser Fahrer telefonierte und immer wieder fiel der Ort Banda Aceh. Im Minibus sassen bereits Einheimische. Es sah aus als warteten die letzten zwei Plätze auf uns. Wir bedankten uns beim aufmerksamen Fahrer und weiter ging die Reise. Im klimatisierten Partybus - laute Musik und farbiges Blinklicht - fuhren wir in rasantem Tempo durch die finstere Nacht. Es gab regelmässig Pinkelpause und um 2.00h hielten wir bei einem Restaurant, welches wohl die ganze Nacht geöffnet war. Morgens um 5.00h erreichten wir Banda Aceh. Nach einem heissen Getränk fuhren wir mit einem Tuk-Tuk zum Hafen. Die Fähre um 9.30h brachte uns auf Pulau Weh. Erneut nahmen wir ein Tuk-Tuk und genossen die Inselfahrt bis nach Iboih. Todmüde erreichten wir nach einer anstrengenden Reise unser Ziel. Im Olala erhielten wir das letzte Bungalow. Nach einer Dusche und einem leckeren Gemüse-Taco (Teigfladen), nahmen wir ein Nickerchen. Abends assen wir erneut im Restaurant unseres Gästehaus und schwatzten mit einem Deutschen. Wir gingen früh schlafen.

Unser Himmelbett ;-)

Die Vulkaninsel Pulau Weh ist ein Paradies für Taucher und Schnorchler. Die grosse Insel hat Einiges zu bieten. Dschungel, Wasserfälle, Heisse Quellen, Vulkane und natürlich die Unterwasserwelt. Beim Seebeben im indischen Ozean 2004 wurde die Insel stark in Mitleidschaft gezogen. Wir verbrachten die Tage mit schnorcheln, tauchen und lecker essen. Die Küche des Dee Dee's Restaurant war top. Wir träumen immer noch vom frischen Chapaty mit hausgemachter Guacamole oder den köstlichen Curries.

Chapaty mit Guacamole

Wenn Pädu tauchen war, las ich einen spannenden Thriller in der riesigen Hängematte auf unserer Terrasse. Wir hatten ein geräumiges Holz-Bungalow auf Stelzen. Durch die schattenspendenden Bäume sahen wir das kristallklare Meer. Bereits beim Schnorcheln direkt vor den Bungalows sahen wir viele farbige Fische in allen Grössen. Nach dem ersten Tauchgang wurde Pädu sofort krank. Er hatte Fieber, Gelenkschmerzen und es war ihm übel. Da der Regulator undicht war, atmete er jeweils etwas Salzwasser ein. Auch liess das restliche Tauch-Equipment und die Hygiene zu wünschen übrig. Nach einem tauchfreien Tag wechselte er das Tauchzenter.
Wir mieteten einen halben Tag ein Moped und erkundeten die Insel. Beim Kilometer 0, der nördlichste Punkt Indonesiens, assen wir bei toller Aussicht auf's Meer eine Nudelsuppe. Da Wochenende war, hatte es viele einheimische Touristen. Als Nächstes besuchten wir den Gapang Beach. Vor unserer Anreise auf Pulau Weh waren wir unschlüssig, ob wir am Strand von Gapang oder Iboih eine Unterkunft suchen sollen. Da es in Iboih mehr Tauchzenter gibt, landeten wir schlussendlich dort. Doch beim Anblick des Gapang Beach bereute ich unsere Entscheidung ein bisschen. Der Strand war sehr schön und lud zum relaxen ein. Aber es hatte mehr und schönere Unterkünfte in Iboih. Somit halb so wild ;-) Wir fuhren weiter durch den Dschungel bis zum Unterwasser-Vulkan.

Strasse durch den Dschungel

Im dortigen Café knabberten wir einen Reissnack. Man muss tauchen oder schnorcheln gehen, um den Unterwasser-Vulkan zu sehen. Freitag-Morgen ist jedoch Beides strengstens verboten. Dies hat mit dem Islam zu tun. Unser letzter Stopp war der Long Beach. Dort hatte es ein gepflegtes Resort mit hübschen Bungalows. Es sah für indonesische Verhältnisse sehr luxuriös aus. Und das Meer war wie überall auf Pulau Weh türkis und kristallklar. Traumhaft!!! Ich werde das Meer sehr vermissen... Mittags brachten wir das Moped zurück, assen eine Magnum und Pädu ging zum letzten Mal tauchen. Am nächsten Tag fuhren wir mit dem Taxi an den Hafen. Jeff, der gesprächige Australier, hatte dies organisiert. Er hat denselben Flug gebucht wie wir nach Kuala Lumpur. Die Express-Fähre brachte uns ans Festland nach Banda Aceh. Wir checkten für eine Nacht im Hotel Prapat ein. Abends tranken wir mit Jeff einen leckeren Tamarillo-Juice, assen Nasi Goreng Ayam und Sate Ayam. Jeff erzählte uns lustige und interessante Erlebnisse von seinen Reisen. Am nächsten Morgen fuhren wir mit dem Taxi zum Flughafen. Wir machten jedoch einen Zwischenstopp beim "Schiff auf dem Dach".

Schiff auf dem Dach

Dieses Schiff wurde vom Tsunami viele Meter landeinwärts getrieben und landete auf dem Dach eines Privathauses. Banda Aceh liegt an der Nordspitze von Sumatra und wurde am 26.12.2004 vom grössten Seebeben seit 40 Jahren halb zerstört. Der folgende Tsunami hat die Stadt fast vollständig weggespült. Um die 150'000 Menschen verloren ihr Leben. Man kann sich das Ausmass der Zerstörung nicht wirklich vorstellen. Mit Air Asia flogen wir nach Kuala Lumpur, wo wir Jeff "Tschüss" sagten und das letzte Roti Canai Kari Ayam assen. Köstlich! Wir hatten einen Anschlussflug nach Singapur, wo wir Abends anreisten. Morgen werden wir den Flug nach Zürich antreten. Nun heisst es: Schweiz, wir kommen zu Besuch :-) Wie lange wir in unserem Heimatland bleiben werden, wissen wir noch nicht. Die letzten 11 Monate Reisen waren voller Abenteuer und unvergesslichen Erlebnissen. Unser Reisetempo ist für Viele unbegreiflich. Doch für uns war es genau das Richtige. Wir sind ja schliesslich "Bärner" und die nehmen es gerne gemütlich...

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