Danau Toba

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Die Busfahrt von Bukit Tinggi nach Parapat führte teilweise über holprige Schotterstrassen, durch dichten Dschungel und viele Dörfer. Mir war nicht immer wohl bei den kriminellen Überholmanövern. Zum Glück sassen wir hinten im Bus und sahen nicht durch die Frontscheibe. Der Bus war klimatisiert und man vertrug ein Jäggli. Es ist so, dass hier in den Bussen rauchen erlaubt ist. Ich finde das schrecklich, ganze 16 Stunden waren wir am passiv rauchen. Da man die Fenster nicht öffnen kann, bleibt der Rauch mehrheitlich im Bus, wo sich auch Kleinkinder und sogar Babys befinden. Meiner Meinung nach inakzeptabel.

Unser Bus von Bukit Tinggi nach Parapat

Als es regnete, tropfte regelmässig Wasser von den Vorhängen auf mich runter. Die Fenster waren undicht. Meine Allwetterjacke half mir trocken zu bleiben. Ich war froh als wir nach einer anstrengenden Nachtfahrt in Parapat ausstiegen. Zu Fuss liefen wir zum Hafen und fuhren mit der Fähre auf die Insel Samosir. Eine Insel auf der Insel Sumatra :-) Samosir befindet sich auf dem Toba-See (Danau Toba). Er misst 87km in der Länge und 37km in der Breite. Die Gesamtfläche beträgt 1'776,5km2 (zum Vergleich: Bodensee 536km2) und die maximale Tiefe ist 505m. Nach einer kurzweiligen Fahrt erreichten wir das Dorf Tuk Tuk, unser Ziel. Im Liberta Guesthouse fragten wir nach einem freien Zimmer. Wir erhielten einen Willkommensdrink (Kaffee/Tee) und nahmen danach unser gemütliches Holzbungalow in Beschlag. Es hatte sogar eine westliche Toilette und heisses Wasser zum Duschen. Was für ein Luxus ;-) Die Terrasse mit Blick auf den Danau Toba lud zum Relaxen ein. Pro Nacht bezahlten wir nur CHF 5.40 für die tolle Unterkunft. Die Bungalows im Batakstil des Liberta Guesthouse liegen in einer grünen Oase direkt am See. Wir fühlten uns sehr wohl. Es hat auch ein Restaurant, welches köstliches Essen serviert. Die einheimische Familie spricht gut Englisch und ist unglaublich freundlich und hilfsbereit. Am ersten Tag waren wir müde von der langen Nachtfahrt und holten am Nachmittag etwas Schlaf nach. Abends assen wir im Gästehaus und waren begeistert vom frisch zubereiteten Avocado-Salat. Manchmal servierten nette Burschen, die auch in der Küche aktiv waren. Nebst der Schule zauberten die Jungs leckere Gerichte für die Gäste.
Die nächsten zwei Tage war faulenzen angesagt. Schlafen, essen, lesen, Blogeinträge bearbeiten, Mails beantworten, chillen, mit Hauskatze schmusen (ich taufte sie Schnurrli), Aussicht und Atmosphäre geniessen.

Chanti mit Schnurrli

An einem Tag mieteten wir ein Moped und erkundeten die grosse Insel Samosir. Nach dem besten Nasi Goreng unserer Reise fuhren wir los. Die asphaltierte Strasse mit vielen Schlaglöchern führt am Ufer entlang rund um die Insel. Ein Teil ist jedoch nicht wirklich befahrbar. Wir fuhren durch viele Dörfer mit schönen Häusern im Batakstil, Kirchen und Moscheen. Die Leute grüssten freundlich und die Kinder waren immer total aus dem Häuschen als sie uns sahen. Leider sahen wir einmal mehr einen Unfall direkt vor uns. Ein Hund sprang blindlings über die Strasse und kam unter die Räder eines Mopeds. Der Fahrer stürzte und der Hund rannte im Schock jaulend weiter. Ich bin mir nicht sicher, ob der Hund überlebt hat. Der Fahrer schien keine ernsthaften Verletzungen davon zu tragen. Er stand sofort auf und die Einheimischen halfen ihm mit dem lädierten Moped. Er trug zum Glück einen Helm, was leider viele andere missachten. Wir sahen sogar dumme Touristen, die ohne T-Shirt und Helm Moped fuhren. Das sind dann die mit den Verbänden und Pflastern... Bei den heissen Quellen knipsten wir ein Foto von der Aussicht auf den Danau Toba. Danach tankten wir bei einem Shop. Für 1l Benzin bezahlt man hier CHF 0.50, wie günstig. Vollgetankt fuhren wir die steile Bergstrasse hinauf Richtung Tele.

Aussicht auf dem Weg Richtung Tele

Da sich das Wetter jedoch verschlechterte, kehrten wir vor Tele um und fuhren durch die bewaldeten Hügel zurück an den See. Auf dem Rückweg machten wir Halt beim "white sandy beach", welcher bei Einheimischen sehr beliebt ist. Wir gönnten uns eine Magnum-Glace. Man stellt sich unter dem Strandnamen mehr vor als es in Wirklichkeit ist. Aber es war trotzdem witzig die Einheimischen beim Tretboot fahren zu beobachten :-) Wir fuhren rund um Tuk Tuk und staunten über die zahlreichen Gästehäuser, Hotels, Restaurants und Souvenir-Shops. Touristen waren jedoch nicht viele zu sehen. Nach der Rückgabe des Mopeds gingen wir bei unserem Guesthouse baden. Dort konnte ich ohne Probleme im Bikini im warmen Wasser schwimmen.

Kopfsprung in den Danau Toba

An einheimischen Stränden ist es unangebracht sich im Bikini zu zeigen. Dort sollte man in Kleidern baden wie die einheimischen Frauen. Abends assen wir Fisch aus dem Danau Toba. Ich glaube, Schnurrli (unsere Hauskatze) schmeckte der Fisch am Besten. In der Nacht regnete es heftig, was für uns bereits normal geworden ist. Seit Sumatra ist das Wetter eher kühl, bewölkt und regnerisch. Hat wohl auch damit zu tun, dass wir viel in den Bergen unterwegs sind. Dafür ist die Natur richtig saftig grün. Morgens packten wir unsere sieben Sachen, assen ein letztes köstliches "Liberta"-Nasi Goreng und rechneten nach dem Check-Out unsere Kosten auf ein Jahr aus ;-)

Leckeres Nasi Goreng

Für vier Tage Unterkunft, Essen, Trinken und Wäsche waschen bezahlten wir CHF 70! So günstig wie auf Sumatra war es noch nirgends! Und es war nicht nur günstig im Liberta Guesthouse, sondern auch top. Leckeres Essen, sehr freundliche Angestellte, naturbelassene Anlage, gemütliche Bungalows - alles toll. Wir kommen wieder ;-) Nachdem wir bezahlt hatten, plauderten wir noch 10 Minuten mit einem netten Schweizer Paar. Wir hatten bereits die Tramper am Rücken als uns die Beiden an der Rezeption ansprachen, da sie hörten, dass wir Schweizerdeutsch sprechen. War ja klar, dass wir die Beiden bei unserer Abreise treffen. Vorher wimmelte es von Franzosen in unserem Guesthouse. Es traf sogar eine junge französische Gruppe inkl. Guide ein. Diese Nation verfolgt uns... Und dann bei der Abreise treffen wir nette Schweizer mit denen wir gerne noch länger geplaudert hätten. Mit anderen Reisenden Dialekt zu sprechen war eine Seltenheit in den letzten 10,5 Monaten! Leider mussten wir uns verabschieden und hatten Glück, dass wir die Fähre nicht verpassten. Wir genossen die 30-minütige Fahrt nach Parapat. Die vier Tage auf der Insel Samosir waren erholsam, vergingen aber viel zu schnell. Tuk Tuk ist ein gemütliches Pflaster und lädt zum Verweilen ein. Das nächste Mal bleiben wir ganz sicher länger :-) Nun geht unsere Reise weiter nach Berastagi.

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