Bukit Tinggi

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Wir wechselten nach der ersten Nacht die Unterkunft. Das Orchid Hotel hatte wieder freie Zimmer und wir erhielten dort mehr für denselben Preis als im Merdeka Homestay. Unseren Hunger stillten wir in einem kleinen familiären Restaurant mit einer sehr netten Besitzerin. Sie servierte uns Mie Pangsit Ayam Bukit Apit, Nudeln mit gehacktem Hühnerfleisch, Wasserspinat und Röstzwiebeln. Da es uns sehr schmeckte, bestellte Pädu noch eine zweite Portion. Auf dem Tisch hatte es diverse Saucen, die wir natürlich alle ausprobierten. Wir waren begeistert von der hausgemachten grünen Chili-Sauce (Sambal Cabe Hijau).

Sambal Cabe Hijau

Am Nachmittag regnete es in Strömen. Wir hatten seit Langem kein solches Wetter mehr gehabt. Somit verbrachten wir einige Stunden im Hotelzimmer. Genug Zeit um einen Blogeintrag zu schreiben ;-) Abends assen wir an einem Essensstand frisch zubereitetes Nasi Goreng Ayam (gebratener Reis mit Huhn). Wir kamen mit freundlichen einheimischen Touristen ins Gespräch. Bis Mitte August sind Schulferien, deshalb sind viele Familien im Land unterwegs.
Am nächsten Tag war das Wetter besser und wir erkundeten zu Fuss die Stadt. Beim Fort de Kock hatte es viele Einheimische und wir posierten für unzählige Fotos :-) Der angrenzende Zoo war schrecklich. Die Tiere vegetieren in unzumutbaren Gehegen mit viel Müll und Dreck vor sich hin. Reinste Tierquälerei! Es ist krass, dass dies die Einheimischen nicht zu stören scheint. Ich hätte heulen können als ich die traurigen Elefanten in Fussketten gesehen habe. Der Tierschutz ist hier nicht vorhanden, eine Katastrophe.

Krokodile schwimmen im Müll

Bei einer Schule übten die Kinder Marschmusik. Wir unterhielten uns mit ein paar Schülern. Die Kinder hier sind unglaublich freundlich und ehrlich interessiert an den westlichen Reisenden. Wir hatten eine Menge Spass mit den Girls :D Beim Glockenturm Jam Gadang, welcher von Holländern gebaut wurde, posierten wir widerum für Fotos.

Fotoshooting ;-)

Plötzlich setzte heftiger Regen ein. Wir verschoben unseren Marktbesuch und genossen ein heisses Getränk im Canyon Café. Abends assen wir im Waroeng Spesifik Sambal. Dieses Restaurant ist auf Sambal spezialisiert. Ein Sambal ist eine dickflüssige, ursprünglich aus Indonesien stammende Würzsauce auf Chili-Basis, die traditionell in kleinen Schälchen als Würzbeilage zu Gemüse, Huhn, Fisch und Reis gereicht wird. Je nach Rezept varieren die einzelnen Zubereitungen beträchtlich in ihrer Schärfe. Da wir scharfes Essen lieben, kamen wir voll auf unsere Kosten, nämpf!
Am nächsten Tag mieteten wir ein Moped. Wir wollten die Rafflesia-Blume und den Maninjau-See bestaunen. Leider verpassten wir das Schild und fuhren einige Kilometer zu weit. Wir fanden die Abzweigung doch noch und trafen auch gleich auf einen Guide und zwei australische Touristen. Wir schlossen uns an und parkierten unsere Mopeds. Nach einer 30minütigen Wanderung durch den matschigen Dschungel sahen wir sie bereits von Weitem - die grösste Blume der Welt, die Rafflesia. Wow, was für eine Schönheit. Obwohl sie gemäss Guide nur eine Kleine war mit ihren ca. 50cm Durchmesser. Die Rafflesia kann bis zu 1,5m Durchmesser heranwachsen. Wir bestaunten die Blume, knipsten Fotos und liefen denselben Weg zurück.

Rafflesia

Im Dorf Palupuh machten wir einen Halt bei einer Familie, die Kopi Luwak herstellt und sogar exportiert. Wir hatten den teuersten Kaffee der Welt bereits in Vietnam getrunken. Dort stammte der Kaffee von Zibetkatzen, die in Käfigen gehalten werden. Hier wird der Kaffee jedoch organisch produziert. D. h. die Tiere leben in der Wildnis und nicht in Käfigen. Deshalb ist auch die Qualität des Kaffees viel besser. Die nette Geschäftsfrau gab uns viele Informationen zur Herstellung. Sogar ich fand den Kaffee sehr schmackhaft. Mein rechter Arm erhielt ein Peeling mit Kaffeesatz. Ihr glaubt nicht wie sanft meine Haut dadurch wurde, Baby-skin ;-) Kaffee-Genuss und Wellness in Einem, toll. Wir bezahlten für eine Tasse des teuersten Kaffees der Welt umgerechnet CHF 1.55. Für indonesische Verhältnisse extrem teuer und für uns ein Schnäppchen. Da mussten wir gleich noch Kaffeebohnen und Pulver kaufen. Unser hilfsbereite Guide brachte uns noch bis zur Abkürzung, welche zum Mininjau-See führte. Wir fuhren eine Stunde über eine abenteuerliche Naturstrasse und durch eine wunderschöne Landschaft. Die wenigen Leute, die wir trafen, grüssten uns freundlich und wiesen uns den richtigen Weg.

Freundliche Einheimische

Wir genossen die atemberaubende Aussicht auf den Mininjau-See von einem Café aus. Der Kratersee gilt als eine der schönsten Natursehenswürdigkeiten Sumatras. Dem kann ich nur zustimmen. Ich war wie verzaubert vom Anblick und der Stimmung, die dieser See ausstrahlt. Da wir um 18.00h unser Moped zurück geben mussten, machten wir uns auf den Rückweg. Unterwegs kauften wir an einem der vielen Stände Erdnüsse. Abends assen wir wieder scharfes Sambal mit Huhn und Reis, yammy.
Am letzten Tag war prächtiges Wetter. Wir nutzten die Gelegenheit und liefen zum Taman Panorama. Von dort hat man eine tolle Aussicht auf die Sianok-Schlucht und den Vulkan im Hintergrund.

Sianok-Schlucht

Danach besuchten wir noch den Pasar Atas, den grössten Markt von Bukit Tinggi. Nach dem Mittagessen fuhren wir mit dem Taxi zur Busstation. Um 15h sollte unser Bus nach Parapat starten. Mit ca. 40 Minuten Verspätung fuhren wir los. Der alte Bus war voll mit Einheimischen (ca. 45), zwei Touristen (das wären wir, hehehe) und Gepäck. Wir hatten eine laaange Fahrt vor uns mit dem Nachtbus...

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