Singapur

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Mit der Fähre fuhren wir von Pulau Tioman nach Mersing. Dort nahmen wir den lokalen Bus nach Kota Tinggi, wo wir in den Bus nach Johor Bharu (JB) umsteigen mussten. Eine Brücke verbindet die malaysische Hafenstadt JB mit der Insel Singapur. Wir bestiegen den überfüllten Bus, welcher über die Brücke zum Grenzposten fuhr. An der Grenze wurden wir beim Gepäck-Scanning aufgehalten. Wir hatten im Duty Free Shop auf Pulau Tioman zwei Flaschen Alkohol gekauft. Leider wussten wir nicht, dass zwischen Malaysia und Singapur ein Abkommen besteht. Es darf kein Alkohol von Malaysia nach Singapur eingeführt werden. Alles muss verzollt werden. Normalerweise kann man 1l pro Person zollfrei einführen. In dem kleinen Raum mit der strengen Grenzbeamtin kam ich mir vor wie ein Schwerverbrecher. Sie stellte viele Fragen und zuletzt mussten wir die Taxen bezahlen, welche sehr hoch waren. Wir hatten Glück, dass wir die Busse, die man beim Schmuggeln bezahlt, von SGD 500 (CHF 363) nicht bezahlen mussten. Unsere Aussagen, dass wir dies nicht wussten und sonst keinen Alkohol eingeführt hätten, waren wohl glaubwürdig. Glück im Unglück. In Singapur wird bei Drogenbesitz die Todesstrafe verhängt. Kaugummis sind im ganzen Land verboten und bei Littering erhält man Stockschläge. Dann lieber eine Flasche Gin und Whisky, welche schlussendlich mit den Taxen total überteuert sind. Wenn ich das vorher gewusst hätte, jänu...
Auch die Tatsache, dass es keinen ATM und Geldwechsler an der Grenze gab, trübte unsere Stimmung weiter. Nach kurzem "Only Singapur Dollars!" konnten wir die Busfahrt in die Innenstadt doch mit unseren letzten Malaysischen Ringgit bezahlen. In Bugis konnten wir Geld abheben und wechseln. Danach fuhren wir eine kurze Strecke mit der Metro und nach einem ca. 10-minütigen Fussmarsch erreichten wir erschöpft das Hotel Amrise in Geylang. Wir hatten vier Nächte im Internet gebucht. Die Unterkünfte in Singapur sind extrem teuer. Deshalb hatten wir uns für ein Hotel etwas ausserhalb des Zentrums entschieden. Die Nacht im kleinen Doppelzimmer kostete uns immer noch CHF 45. Es hatte viele chinesische Geschäfte und Restaurants in der Vorstadt Geylang. Wir genossen täglich die vitaminreichen Früchte, welche von etlichen Ständen angepriesen wurden. Abends waren jeweils leicht bekleidete Mädels auf der Suche nach Kundschaft unterwegs. Das Viertel vermittelt eine spezielle Stimmung, welche uns jedoch überhaupt nicht störte. Wir assen eine Wanton-Nudelsuppe und fielen müde ins Bett.

Wanton Nudelsuppe

Der kleine Inselstaat Singapur zählt zu den  reichsten Ländern der Welt. Sein Wohlstand geht einher mit einer vielfältigen Kultur, die aus einer bunt zusammengesetzten Bevölkerung resultiert. 75% der Einwohner sind Chinesen. Darauf folgen Malaien, Inder sowie Eurasier und andere Ethnien. Singapur ist wohlhabend, hochtechnologisiert und manchmal auch ein kleines bisschen versnobt. Doch in den Hawkers Centres, den allgegenwärtigen und lärmenden Märkten, frönen Einwohner und Touristen gemeinsam der lokalen Manie für günstiges Essen und Getränke.
Die nächsten drei Tage verbrachten wir mit Sightseeing. Wir kauften uns einen Singapur-Touristenpass mit welchem man unbegrenzt die ÖV nutzen kann. Am ersten Tag bestaunten wir das Marina Bay Sands Resort, welches aus drei Wolkenkratzern besteht, die durch eine grosse Plattform miteinander verbunden sind. Der Gebäudekomplex mit Hotel, Casino und etlichen noblen Geschäften hat mich bei Tag und Nacht sehr fasziniert.

Marina Bay Sands Resort

Ein beliebtes Fotomotiv war der Merlion, eine sonderbare Statue. Eine bizarre Mischung aus Löwe und Fisch. Als wir aus der Metrostation ins Chinatown gelangten, wurde ich einmal mehr positiv überrascht von Singapur. Schöne chinesische Häuser, viele Shops mit preiswerten Souvenirs, leckere Fruchtsaft- und Essensstände. Wir genossen Chinesisches Essen und der Calamansi-Fruchtsaft war köstlich. Ich mochte die Athmosphäre im Chinatown sehr.

Häuser im Chinatown

Im Raffles Hotel, das als ein Wahrzeichen von Singapur gilt, wollten wir einen Singapur Sling trinken. Wir lieben diesen alkoholischen Cocktail, der angeblich dort erfunden wurde. Da uns jedoch keine Beachtung geschenkt wurde, verzichteten wir auf den Cocktail und sparten so insgesamt satte SGD 54 (CHF 39)!
Am nächsten Tag schlenderten wir durch Little India. Eine ganz andere Welt als der Rest von Singapur. In einem beliebten Restaurant voller Inder kamen wir in den Genuss der indischen Küche. Yammy!

Indian Food

Nachmittags verbrachten wir einige Stunden im riesigen Botanischen Garten. Es ist eine grüne Oase mit eindrücklichen Pflanzen und Blumen. Wir sahen auch einen Waran, Vögel, Streifenhörnchen und Schwäne auf dem See. Ein toller Ort zum Entspannen.

Botanischer Garten

Wir spazierten die Orchard Road entlang, welche viele Einkaufsmöglichkeiten bietet. Es hat sehr viele noble Geschäfte. Auch die beliebten Eiscreme-Stände fehlten nicht. Wir lieben das preiswerte Eis im knusprigen Biskuit oder im farbigen Toastbrot. Geshoppt haben wir nicht wirklich. Dafür umso mehr Eis gegessen ;-)
Abends bestaunten wir die Lichter von Singapur. Vor allem das 101 Hektar grosse Parkgelände des Gardens by the Bay hat es uns angetan. Die Gartenstadt Singapur soll hier in eine Stadt im Garten umgewandelt werden, damit die Lebensqualität der Einwohner durch Grünzüge verbessert werden kann. Bereits bei Tag war der grüne Park sehr eindrücklich. Ich konnte nicht genug kriegen vom Fotografieren der wunderschönen Orchideen, Frangipani und andere blühende Pflanzen. Doch in der Nacht ist der Park atemberaubend. Die genialen Supertrees (künstliche Bäume, aus welchen Pflanzen wachsen) leuchteten in allen Farben. Einfach nur WOW!

Gardens by the Bay by night

Am letzten Tag hatten wir sonniges Wetter. Wir gingen nochmals auf Fototour und assen im Carl's Junior in der Marina Square Mall. Pädu kannte diese Fastfood-Kette aus Amerika. Ich kann nun seine Begeisterung verstehen. Der frisch zubereitete Burger und die Pommes waren der Hammer. Es ist eine Art gediegene Fastfood-Kette, die auch mich begeistert hat. Wir mussten auch noch Diverses (Geld wechseln, Kosmetikartikel kaufen, Blogeinträge auf Website laden, packen etc.) erledigen.
Singapur ist eine tolle Stadt, welche eine Menge zu bieten hat. Man kann viel Geld ausgeben mit Shopping und Sightseeing. Die noblen Geschäfte und die Eintritte (Universal Studios, Aquarium, Singapore Flyer etc.) sind teilweise sehr teuer. Doch kann man Singapur auch geniessen und entdecken ohne tief in den Geldbeutel zu greifen. Wir hatten drei unvergessliche Tage auf dem Inselstaat. Nun geht's weiter nach Indonesien.

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