Das nördliche Thailand

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Mit Air Asia flogen wir von Mandalay nach Bangkok. Unser erster Flug seit fast 7 Monaten verlief problemlos. In Bangkok ergatterten wir am Bahnhof tatsächlich 1h vor Abfahrt zwei Zugtickets nach Chiang Mai. Die Zeit bis zur Abfahrt verbrachten wir mit Essen und Verpflegung einkaufen. Es gibt zwar einen Speisewagen im Zug, aber die Thaigerichte und Getränke sind teuer. Wir fanden sogar etwas Schlaf in der 14h Zugreise durch die Nacht. Jedoch fand ich die Klimaanlage etwas zu kalt. Morgens trafen wir pünktlich in Chiang Mai ein. Wir fuhren direkt zur Busstation und kauften Tickets für den nächsten Bus nach Chiang Rai. Nach 3h erreichten wir unser Ziel. Ich wollte unbedingt den Wat Rong Khun (Weisser Tempel) besichtigen. Dieses einzigartige moderne Kunstwerk wurde vom erfolgreichen thailändischen Maler Chaloemchai Khositphiphat errichtet.

Wat Rong Khun

Die weiteren Tage in Chiang Rai verbrachten wir mit Paket (7,5kg Souvenirs von Laos, Myanmar, Nordthailand) in die Schweiz schicken, Thai-Food geniessen, Blogeinträge auf unsere Website laden und dann trafen wir noch meine Kollegin Manu. Leider sahen wir Manu nur an einem Abend, da uns ein heftiges Gewitter den ersten Abend versaute. Pädu und ich sassen in einem kleinen Restaurant als helle Blitze den dunklen Himmel erhellten. Der laute Donner erschreckte mich. Es stürmte und goss von einer Sekunde auf die Andere wie aus Kübeln. Als sich das Gewitter etwas beruhigt hatte, rannten wir durch das knöcheltiefe Wasser zum Guesthouse zurück. Klatschnass kamen wir im Zimmer an. Ein solches Gewitter hatten wir seit Beginn unserer Reise noch nie miterlebt. Manu trafen wir am nächsten Abend. Es freute mich sehr ein bekanntes Gesicht zu treffen und in Berndeutsch zu plaudern. Manu, gniess dini Reis :-)

Manu & Chanti mit köstlichem Eis

Mit dem Bus fuhren wir in 8h nach Sukothai. Im Happy Guesthouse in Neu-Sukothai fanden wir eine nette, preiswerte Bleibe. In Alt-Sukothai mieteten wir Fahrräder und besuchten die Tempelruinen des Geschichtsparks Sukothai, welcher zur Welterbstätte der Unesco zählt. Sukothai gilt als Thailands erstes unabhängiges Königreich. Im 13. Jh. entstand eine übersichtliche Tempelstadt mit wunderschönen schiefen Säulen, heiter dreinblickenden Buddha-Figuren und Türmen, die inzwischen von Unkraut überzogen sind. Wir genossen einen gemütlichen Tag auf unseren Drahteseln.

Elefantentempel

Am nächsten Morgen verliessen wir Nordthailand und fuhren wir mit dem Bus in den Isan. Dies ist der bis auf wenige Orte vom Tourismus noch weitgehend unberührte Nordosten. Die ärmste Region Thailands umfasst einen Drittel der Gesamtfläche des Landes und auch einen Drittel der Bevölkerung. Der Mekong bildet die Grenze zu Laos. Wir freuten uns riesig auf das "echte" Thailand!
Nach 8h Busfahrt erreichten wir die Universitätsstadt Khon Kaen. Für zwei Nächte bezogen wir ein Doppelzimmer im Hotel Saen Samran. Wir liefen zu Fuss zum See Bueng Kaen Nakhon, welcher mitten in der Stadt liegt. Leider fing es an zu regnen und wir machten uns bald auf den Weg in ein Restaurant. Nach einem undefinierbaren Mittagessen schlürften wir frische Frucht-Shakes. Abends fand der Walking Street Markt statt - wie jeden Samstag. Wir schlenderten den vielen Ständen mit Leckereien, Handarbeiten, Kleidern etc. entlang. Ich liebe es die vielen Snacks zu probieren. Die frittierten Insekten sparen wir uns jedoch auf bis Bangkok.

Im Isan frittieren sie alles

Es hatte viele Essstände mit tierischen Innereien oder Spiesschen mit Würsten oder Fleischbällchen. Diese findet man auch an jeder Busstation. Die Einheimischen lieben es. Pädu genoss jedoch lieber einen Som Tam. Ein scharfes Papayasalat-Gericht, das hauptsächlich aus gestossenem Gemüse besteht. Die Speise hat ihren Ursprung in Laos, ist aber im Isan auch üblich. Viele junge Studenten verkauften z. B. selbstgemachte T-Shirts oder auf der Strasse ihr Tanz- oder Gesangstalent zum Besten gaben. Der Markt zog viele Leute an, aber westliche Touristen sahen wir nur Zwei. Nach unserem thailändischen Lieblingsdessert (frische Mango mit Klebreis und Kokosnussmilch) schliefen wir mit vollen Bäuchen ein.
Am nächsten Morgen fuhren wir mit dem lokalen Bus in ca. 4h nach Khorat (Nakhon Rachasima). Dort mussten wir umsteigen, um nach Phimai zu gelangen. Nach weiteren 1,5h Busfahrt erreichten wir unser Ziel. Wir waren bei beiden Fahrten die einzigen Touristen im Bus 😊 Gleich gegenüber des Phimai Geschichtspark fanden wir in einer kleinen Seitenstrasse ein gemütliches Guesthouse. Am Abend besuchten wir den kleinen Nachtmarkt, an welchem frisches Gemüse und Früchte, Speisen abgepackt in Plastiksäcke und einmal mehr Innereien und Würste verkauft wurden. Nach einer scharfen Portion Phimai-Nudeln fielen wir müde ins Bett. Am nächsten Tag besichtigten wir den Phimai Geschichtspark, welcher einer der wichtigsten Khmer-Tempel von Thailand umfasst. Der Tempel entstand ein Jahrhundert vor Angkor Wat und die Ähnlichkeit zwischen beiden Anlagen ist beinahe unheimlich.

Der kleine Bruder von Angkor Wat

Bei Sehenswürdigkeiten bezahlen ausländische Touristen (fast) immer mehr als die Einheimischen. Auch hier bezahlten wir das Fünffache. Ich stelle mir dann jeweils vor, wenn wir das in der Schweiz einführen würden. Wir hätten keine Touristen mehr auf dem Jungfraujoch 😉
Nachmittags fuhren wir mit den Gratis-Fahrrädern des Guesthouses zum Sai Ngam. Dies ist der grösste Banyanbaum Thailands. Er ist mehr als 350 Jahre alt und steht auf einer Insel östlich der Stadt. Für die grossen Welse im Teich konnte man Fischfutter kaufen. Manche Stände verkauften sogar kleine Fische, welche in mit Wasser gefüllten Plastiksäcken herum schwammen. Die Grösse des Baumes und die unzähligen Wurzeln hatten mich sehr beeindruckt.

Sai Ngam - Der grösste Banyanbaum Thailands

Am nächsten Morgen fuhren wir mit dem lokalen Bus via Khorat nach Surin. Im Sang Thong Hotel fanden wir eine Bleibe. Wir schlenderten durch die Stadt und die Surin Plaza Mall, kauften Zugtickets für unsere Weiterreise und genossen den Nachtmarkt. Frische Shakes mit Früchten oder Gemüse, Süsses, Gerichte mit Reis, Nudeln und Klebreis in verschiedenen Farben, frittierte Insekten - Alles, was das Herz begehrt. Wir verbrachten unsere letzten zwei Nächte im Isan und fuhren am nächsten Morgen mit dem Zug nach Ayutthaya. Leider verbrachten wir nur eine Woche im Nordosten Thailands. Wir erhielten einen positiven ersten Eindruck. Schöne Landschaft, freundliche Leute, scharfes Essen, eine Region abseits der Touristenroute.
Die ganze Zugfahrt von Surin nach Ayutthaya schaute ich aus dem Fenster, fast sechs Stunden lang. Die schöne Landschaft zog an mir vorbei. Grüne Reisfelder, mit Wald bewachsene Hügel, idyllischer See, ländliche Dörfer... Ich vergass sogar, dass wir in der 3. Klasse auf Holzbänken sassen. Unsere Sitze waren direkt hinter dem Lokführer. Wir hatten Glück ein Abteil für uns alleine zu haben. Zu viert hätten wir definitiv Platzprobleme gehabt. Pädu ist einfach zu gross für Asien ;-) An den Haltestellen stiegen jeweils Verkäufer ein mit Körben und Plastiksäcken voll mit Essen und Getränken. Zug fahren ist immer wieder ein besonderes Erlebnis.
In der ehemaligen Hauptstadt Ayutthaya fuhren wir mit der kleinen Fähre für 4 Bath pro Person ans andere Ufer auf die Hauptinsel. Dort fanden wir ein gemütliches Zimmer im Ayutthaya Guesthouse. Am nächsten Tag mieteten wir Fahrräder und besichtigten die Tempelruinen. Seit 1991 sind diese Unesco-Welterbestätte. Wir radelten zuerst zum Tourist Office und erhielten dort eine Karte zur Orientierung und auch sehr interessante Informationen. Danach machten wir an einem der unzähligen Stände Halt der Roti Saimai verkaufte. Dies ist ein beliebtes Dessert und schmeckt wie Zuckerwatte in ein Crêpe eingerollt. Den Palmzucker gibt's in verschiedenen Farben sprich Geschmacksrichtungen (Banane, Erdbeere, Blaubeere, Orange...).

Roti Saimai - Zuckerwatte made in Thailand

Der Zuckerschuss gab uns Energie. Wir fuhren bei der Affenhitze von einem Tempel zum Nächsten. Zwischendurch machten wir eine Pause und tranken kaltes Wasser im Schatten. Mir hat der Wat Chaiwatthanaram, welcher im Khmer-Stil gebaut wurde, am besten gefallen. Das Highlight war jedoch der Banyanbaum mit dem tief in die Baumwurzeln eingewachsenen Stein-Buddhakopf beim Wat Mahatat.

Das Postkartensymbol von Ayutthaya

Nach einem schweisstreibenden Tag genossen wir am Abend ein grosses Chang (Bier) und leckere Curries.
Am nächsten Tag, fuhren wir mit dem Zug für läppische 14 Bath pro Ticket in knapp 2h nach Bangkok. In einigen Tagen treffen wir meine Kollegin Jeanine und ihre Schwester. Die nächsten drei Wochen werden wir zusammen Südthailand bereisen.

1 Kommentar :

Vielen Dank für die tollen Blogs!!
Juni 3, 2014 11:40
Alle anschauen von Larry

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