Reisemythen in Myanmar

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Keine ATMs
Heutzutage liest man immer noch in jedem Reiseführer, dass es in Myanmar keine ATMs gibt. Doch das stimmt schon lange nicht mehr. In den meisten Reisezielen gibt es mittlerweile zahlreiche ATMs. Diese funktionieren meistens einwandfrei. Nur hoch im Norden oder in abgelegenen Regionen ist es ratsam genügend Bargeld dabeizuhaben. Die Gebühren sind eigentlich überall gleich und man bezahlt ungefähr 5 US$ pro Transaktion. Der maximale Betrag ist meistens 300'000 Kyat (ca. 300 US$).

Moderner ATM in Bagan


Nur perfekte Dollarnoten zum Wechseln
Solange die Noten einigermassen gut aussehen, sollte man keine Probleme haben beim Geldwechseln. In Ausnahmefällen kann es vorkommen, dass Noten abgewiesen werden. Während meines Aufenthaltes wurde nie eine Note abgewiesen. Am besten man wechselt in den grösserern Städten bei den Banken. So kriegt man den besten Kurs und die Gefahr von abgewiesenen Noten ist am geringsten. Am Markt würde ich nur im Notfall Geld wechseln, da ich ein paar Mal gehört habe, dass Leute über den Tisch gezogen wurden.

Burmesische Kyat - Fast zu schön um auszugeben


Nur mit dem Bus reisen
Wenn man in Myanmar mit Bussen unterwegs ist, kann man sicher sein, dass nur wenig Geld an die Regierung zurückfliesst. Nur ist der Bus manchmal sehr unpraktisch. Die Busstationen liegen meist weit ausserhalb des Zentrums. Das kann gerade in Yangon zur Geduldsprobe werden. Man braucht zwischen 1-2 Stunden zur Fernbusstation, je nach Verkehrslage. Da bietet sich der Zug an. Die Bahnhöfe sind zentral gelegen. Seit dem 1. April 2014 sind die übertriebenen Preise der Regierung Geschichte und man bekommt in allen Zügen auch als Tourist den Preis der Einheimischen. Dadurch reist man nicht nur günstiger als mit dem Bus, sondern meiner Meinung nach auch angenehmer. In allen Zügen sind Toiletten vorhanden und bei den häufigen Stopps gibt's viele Möglichkeiten sich mit Snacks und Getränken zu versorgen. Als Nachteil zu erwähnen ist, dass der Zug immer länger hat als der Bus. Dafür kommt man weit mehr von der Landschaft mit.
Inlandflüge würde ich nicht empfehlen, da dadurch ein erheblicher Teil an die Regierung fliesst und die Umweltbilanz von Flugzeugen bekanntlich enorm schlecht ist. Ausserdem gelten die burmesischen Fluglinien nicht gerade als die Sichersten.

Im Zug unterwegs in den Norden - 15 Stunden für 6 US$


Man kann nur per Flugzeug einreisen
Reisende die von Thailand, kann ich den Grenzübertritt per Land wärmstens empfehlen. Der Grenzübergang bei Tachilek eignet sich nicht besonders gut, da man ab Keng Tung einen teuren Flug durch das Shan Gebiet buchen muss. Ausserdem gibts nur ein oder zwei Flüge pro Woche. Besser eignet sich der Übergang bei Mae Sot/Myawaddy. Von Chiang Mai oder Bangkok ist dieser Übergang einfach zu erreichen. Zu beachten ist, dass die Einreise nach Myanmar nur an ungeraden, die Ausreise nur an geraden Tagen möglich ist. Der Grenzübertritt ist einfach und unkompliziert. Auf der Myanmar Seite kann man direkt im Grenzposten zu einem angemessenen Kurs etwas Kyat wechseln. Die freundlichen Grenzbeamten helfen auch gleich bei der Organisation der Weiterreise. Da wir zu spät waren, gab's keinen Bus mehr und wir mussten einen Minibus für uns buchen. Der Minibus stellte sich dann als Privatauto heraus und kostete 14'000 Kyat pro Person. Die Fahrt durch die atemberaubende Berglandschaft nach Mawlamyine war ein aussergewöhnliches Erlebnis.
Zudem sind drei weitere Grenzübergänge weiter südlich neu auch für Touristen offen. Der Übertritt soll ähnlich einfach wie der in Mae Sot/Myawaddy sein.

Grenzposten in Mae Sot nach Myanmar


Kein Internet
Wir waren überrascht, wie häufig wir WIFI in unseren Unterkünften hatten. Abgesehen vom hohen Norden hatten wir fast immer Internetzugang, meist sogar im Zimmer. Die Verbindung ist zwar immer sehr langsam, aber in den meisten Fällen reicht es um die Mails zu checken oder IM Dienste auf dem Smartphone zu nutzen. Wer im Web surfen will, braucht aber sehr viel Geduld, da die Verbindung häufig abbricht. Wer kein WIFI in der Unterkunft hat, kann eines der vielen Internet Cafes besuchen. Die Verbindung ist aber auch da sehr langsam.


Keine SIM Karten fürs Handy verfügbar
Die mobile Revolution hält auch in Myanmar Einzug. Auch wenn manche immer noch ein unhandliches CDMA Gerät besitzen, haben vor allem viele junge Leute ein Smartphone. Diese kann man an jeder Strassenecke kaufen. In diesen Shops sind auch GSM SIM Karten erhältlich, die auch in unseren Geräten funktionieren. Je nach Startguthaben zahlt man zwischen 5'000 und 25'000 Kyat. Zusätzliches Guthaben gibt's über Aufladekarten. Ich selbst hatte keine solche Karte. Ich bin mir jedoch ziemlich sicher, dass sich diese nur fürs Telefonieren eignen. Ich habe viele Locals beobachtet, wie sie nur schwer eine stabile Verbindung zum Telefonieren kriegten. Datenverbindungen sind daher heute höchstwahrscheinlich nicht oder nur sehr begrenzt möglich. Aber das kann sich schnell ändern. Da ich die SIM Karte nur für Datenverbindungen benutze, gab's für mich keinen Grund eine zu kaufen. Wer aber eine zum Telefonieren benötigt, sollte keine Probleme haben. Falls das eigene Handy mit einem Micro-SIM Slot ausgestattet ist, muss die Karte ggf. noch zugeschnitten werden.


Teuer im Vergleich zu anderen asiatischen Ländern
Im Vergleich zu anderen südostasiatischen Ländern sind die Unterkünfte teurer. Wer auf Budget achtet, kann man ein Doppelzimmer zwischen 10 - 20 US$ finden. Die Zimmer sind in der Regel sauber und mit etwas Glück findet man zu den Preisen sogar ein Zimmer mit Aircon, TV und Warmwasser. Die Zimmer im Süden sind günstiger als im Norden. Da aber die Verkehrsmittel und das Essen sehr preiswert sind, kommt man in Myanmar mit einem ähnlichen Budget durch als in anderen südostasiatischen Ländern. Letztendlich habe ich in einem Monat etwa 150 US$ mehr ausgegeben als in den Nachbarländern.

Sauberes Zimmer mit Aircon im Süden (10 US$ pro Zimmer)

 

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