Welcome to Myanmar

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Nach einer langen Fahrt (7h) über eine holprige Bergstrasse kamen wir um 19.30h in Mawlamyine an. Im Breeze Guesthouse erhielten wir und Phoebe die beiden letzten Zimmer. Die Übernachtungspreise in Myanmar sind höher als in den anderen Ländern, die wir bis jetzt in Südostasien bereist haben. Für unser spartanisches kleines Zimmer mit Ventilator und geteilter Dusche/Stehklo bezahlten wir USD 14. Wir assen mit Phoebe am Nachtmarkt und fielen danach müde ins Bett. Am nächsten Tag lernten wir im Guesthouse Charlotte (Holländerin), Fabian (Deutscher) und Emanuelle (Französin) kennen. Wir mieteten Mopeds und fuhren zum Win Sein Taw Ya, ein gigantischer liegender Buddha mitten in den Hügeln. Im Innern des Buddhas liefen wir einen Rundgang über drei Stockwerke. Geduldig posierten wir mit den netten Einheimischen für Fotos.

Einer der grössten liegenden Buddhas von Myanmar

Zurück in Mawlamyine fuhren wir über eine moderne Betonbrücke mit Blick auf die Shampoo-Insel. Wir hielten in einem Dorf, wo Fussball gespielt wurde. Pädu ging Fotos knipsen während ich, Charlotte und Phoebe den Match mitverfolgten. Die Beiden fuhren nach einer Weile zurück und ich wartete auf Pädu, welcher wie vom Erdboden verschwunden war. Plötzlich sah ich Pädu in Begleitung von zwei Einheimischen. Er erzählte, dass er an einem Fest gewesen war. Eine Frau sah Pädu und führte ihn zur Zeremonie, welche zu Ehren von Buddha stattfand. Es ist hier so, dass bei Anlässen wie Hochzeit etc. ein anwesender Ausländer Glück bringen soll. Wir wurden sogar eingeladen bei der Familie zu übernachten. Da wir jedoch eine Bleibe hatten, die Anderen im Guesthouse auf uns warteten und wir am nächsten Morgen bereits einen Ausflug geplant hatten, bedankten wir uns und fuhren zurück. Auf dem Balkon tranken wir mit Reisenden aus aller Welt ein kühles Bier und genossen den Sonnenuntergang.
Mit der überfüllten lokalen Fähre fuhren wir mit 6 Leuten aus unserem Guesthouse am nächsten Tag auf die Insel Bilu Kyun (Menschenfresserinsel). Auf der Fähre hatte es viele Schüler, welche Gitarre spielten und sangen während wir auf die Abfahrt warteten. Die Stimmung war toll. Nach einer Stunde erreichten wir die Insel und verhandelten mit einem Tuk Tuk-Fahrer einen fairen Preis. Wir sahen wie Gummibänder, Pfeifen, Bambushüte, Bambus- und Holzkugelschreiber hergestellt werden und wie Frauen wunderschöne Stoffe weben. Es war eine eindrucksvolle Inseltour.

Frauen bei der Herstellung von Gummibändern

Am nächsten Morgen fuhren wir zu fünft (wir, Charlotte und zwei andere Touristen) mit dem Boot auf dem Thanlwin-Fluss nach Hpa-An. Zuerst waren wir uns nicht sicher, ob wir nach Hpa-An fahren sollen oder nicht. Das Visum für Myanmar ist leider "nur" 28 Tage gültig. Doch die Bootsfahrt war es wert. Die Gegend war zwar nicht sehr spektakulär, aber die Dörfer am Flussufer sind ein Highlight. Wir sahen badende Kinder, Frauen die Wäsche wuschen, Männer die Kühe badeten, Fischermänner mit Netzen. Alle winkten uns euphorisch zu und riefen "Minglaba! Hello!". Hier spielt sich das Leben am und im Fluss ab.

Unterwegs Richtung Hpa-An

In Hpa-An sahen wir Phoebe und Julien (Franzose) wieder. Wir landeten alle im gleichen Guesthouse und verbrachten einen lustigen Abend in einem Restaurant, das interessantes Ice-Cream servierte 😁
Am nächsten Tag trennten sich unsere Wege. Mit dem Bus fuhren wir nach Kyaikto. Dummerweise vergass man uns und wir fuhren zu weit. Mit einem anderen Bus fuhren wir 1,5h wieder zurück nach Kyaikto zur Kreuzung nach Kinpun. Mit dem Moped-Taxi fuhren wir das letzte Stück nach Kinpun. Somit erreichten wir unser Ziel nach 7h! Wir quartierten uns im Pann Myo Thu Inn ein, wo per Zufall Charlotte im Zimmer neben uns schlief. Später assen wir zusammen und verabredeten uns für die Wanderung zum Goldenen Felsen (Kyaiktiyo). Dies ist eine der fazinierendsten Sehenswürdigkeiten Myanmars. Der riesige vergoldete Felsbrocken balanciert auf der äussersten Kante einer Klippe des Kyaiktiyo und markiert gemäss einer Legende den Ort eines Buddha-Haars. Die Stätte hat bereits mehreren Erdbeben getrotzt und zieht viele Pilger an. Nach einer Portion Nudeln starteten wir Morgens um 6.30h in Kinpun. Die Wanderung führte über einen Weg durch die Berge und den Dschungel. Wir kreuzten viele Einheimische, die uns grinsend grüssten. Überall am Wegrand hatte es Stände mit kühlen Getränken, Essen und Souvenirs. Es war eine anstrengende, schweisstreibende 4-stündige Wanderung, welche ich jedoch nicht missen möchte. Mit dem Truck fuhren wir in 1h zurück nach Kinpun. Wir fühlten uns wie in einer Achterbahn.

Golden Rock

Nach einer Dusche und Mittagessen fuhren wir mit dem Bus nach Bago. Dort verabschiedeten wir uns von Charlotte, welche nordwärts weiter reiste. Wir fanden eine Bleibe im Mya Nanda Hotel. Das erste Mal in Myanmar hatten wir ein eigenes Badezimmer - wow, welch ein Luxus. Der Chef des Hotels empfahl uns ein Chinesisches Restaurant. Wir genossen ein leckeres Süss-Sauer-Gericht und fielen müde ins Bett.
Wir verabredeten uns für eine Besichtigung der Sehenswürdigkeiten per Moped-Taxi. Was für ein ohrenbetäubender Verkehr auf der Hauptstrasse durch Bago. Unsere Mopedfahrer manövrierten uns sicher durch das Gedränge. Als Erstes besichtigten wir Shwemawdaw Paya. Der Stupa ist 14m höher als der Shwedagon Paya in Yangon. Danach assen wir eine köstliche Mohinga, typisches Frühstück in Myanmar.

Mohinga - typisches Myanmar Frühstück

Gestärkt fuhren wir durch Müllberge von Abfall. Krass, so schlimm hatten wir das Abfallproblem in Asien noch nie gesehen.  Tonnenweise Müll auf dem Land und dazwischen leben die Menschen. Teilweise roch man den Gestank des Abfalls - schrecklich.

Abfallberge um Bago

Wir sahen direkt vor uns einen Unfall, in den zwei Mopeds verwickelt waren. Der Fahrer lag regungslos am Boden während seine Beifahrerin unter Schock herum rannte und schrie. Der andere Mopedfahrer war wohl auf. Ein Tuk Tuk hielt an und die Männer trugen den nicht ansprechbaren Mann ins Tuk Tuk. Anscheinend atmete der Mann noch, aber sein Helm war zerbrochen. Kann gut sein, dass ihm der Helm das Leben retten wird. Es fahren leider viele Leute ohne Helm Mopeds. Ich hoffe, dass der arme Mann den Unfall überleben wird und bald wieder gesund wird.
Wir besichtigten noch einige Buddhas, auch den bekannten Shwethalyaung Buddha. Der 55m lange liegende Buddha hat ein liebliches lebensechtes Gesicht.

Shwethalyaung Buddha mit Elefant

Man muss jeweils die Schuhe ausziehen vor dem Betreten religiöser Stätten. Wir verbrannten uns fast die Fusssohlen. Seit wir in Myanmar sind, ist es sehr heiss und wir schwitzen jeden Tag um die Wette. Unser Wasserkonsum hat stark zugenommen. Jedoch nicht der Bierkonsum, da das "Myanmar" nicht zu unseren Favoriten gehört. Zum Glück gibt es überall das thailändische Bier Chang und Singha 😉 Die Stadt Bago hat uns nicht aus den Socken gehauen. Der Mopedausflug war jedoch super. Nach zwei Nächten in Bago geht die Reise weiter nach Yangon.

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