Luang Prabang

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Die alte Königsstadt Luang Prabang (30'000 Einwohner) liegt auf einer Landzunge am Zusammenfluss von Mekong und Nam Khan. Im Jahr 1995 wurde die Stadt von der Unesco zum Weltkulturerbe erklärt. Die Stadt erinnert an Europa mit ihren zahlreichen französischen Kolonialhäusern. An jeder Ecke gibt es Bäckereien mit Croissants und Pain au chocolat.

Kolonialhäuser auf der Halbinsel

Wir bezogen ein Doppelzimmer im Mao Pha Shok Guesthouse, welches uns von einer Holländerin in Phonsavan empfohlen wurde. Die Zimmer in Luang Prabang sind sehr teuer für Laos. Unser Guesthouse lag jedoch nicht direkt im Zentrum und die Zimmer waren für Luang Prabang preiswert. Trotzdem hatten wir vorher noch nie LAK 100'000 (USD 12,50) bezahlt pro Nacht.
Als Erstes gingen wir auf die Suche nach einer Agentur, welche uns ein Visum für Thailand organisiert. Es wurde uns jedoch mitgeteilt, dass die Visabeantragung über Agenturen nicht mehr erlaubt ist. Grund: viele Fälschungen. Man muss direkt in Vientiane auf die Thailändische Botschaft. Super! Leider wird an der Grenze kein Visum ausgestellt. Wir werden somit mit dem Einreisestempel, welcher zwei Wochen gültig ist, nach Chiang Mai reisen. Dann schauen wir mal weiter...
Wir besichtigten einige Vats, darunter den Vat Xieng Thong, den ältesten Tempel der Stadt. Täglich findet der Almosengang statt. An jedem Kloster befinden sich Hinweisschilder, die um Respekt vor den religiösen Gefühlen der Laoten bitten. Dies wird jedoch von den meisten Touristen hemmungslos ignoriert... Jeden Morgen um 6.00 Uhr verwandelt sich die Sakkarine Road im Herzen der Stadt zu einem Laufsteg. Ehrwürdig schreiten orange gewandete Mönche die Strasse entlang und nehmen schweigend Essensgaben von Gläubigen in Empfang. Mit ihrer Gabe können die Gläubigen Verdienste für ihre nächste Wiedergeburt erwerben. Leider ist dieses Jahrtausende alte Ritual in Luang Prabang zu einer Show verkommen. Unzählige respektlose Touristen tauchen die Mönche in ein Blitzgewitter und rangeln um die vordersten Plätze. "Monks and Monkeys are not different!", stellte vor einiger Zeit ein hochstehender Mönch fest - beide lösen bei Touristen einen Fotografierreflex aus. Viele Mönche sind bereits in Tempel ausserhalb der Stadt gezogen. Wir blieben dem Almosengang fern. Schliesslich ist dies keine Touristenattraktion, sondern eine stille religiöse Zeremonie. In Zentrallaos hatten wir dies per Zufall bereits gesehen. In kleinerem Rahmen, dafür authentischer.

Hinweisschild zum Almosengang

An einem Tag fuhren wir mit dem Tuk Tuk (Mopeds kosten in Luang Prabang satte LAK 120'000 pro Tag!) zum beliebten Tad Kuang Xi. Der Wasserfall und die Umgebung waren wunderschön. Kein Wunder hatte es Unmengen von Touristen. Wir badeten in einem der zahlreichen türkisfarbenen Naturpools. Herrlich!

Pools am Tad Kuang Xi

Doch mein persönliches Highlight war das Bear Rescue Center, eine Auffangstation für Asiatische Schwarzbären, die vor dem illegalen Wildhandel gerettet wurden. Das australisch finanzierte Projekt begann 2003 mit drei Jungbären, heute leben dort knapp zwei Dutzend. Um 12.30h war Fütterungszeit. Im ganzen Gehege wurde Gemüse und Früchte versteckt. Es war sehr amüsant zu sehen wie die Bären genau wussten, wo sie nach Essen suchen müssen. Das Projekt ist nicht an den Eintrittsgeldern des Wasserfalls beteiligt. Sie haben einen Verkaufsstand mit schönen Souvenirs, interessante Informationstafeln, ein Gästebuch und eine Spendebox. Anstatt Geld in die Box zu werfen, kauften wir zwei "Free the bears"-Shirts. Projekte zu Gunsten von Tier und Umwelt sind besonders wichtig, vor allem hier in Südostasien.
www.freethebears.org

Auch Bären chillen gerne in der Hängematte :-)

Einmal stiegen wir gegen Abend zum goldenen That an der Spitze des Phou Si (Hügel) hinauf. Wir genossen die Aussicht auf die Stadt mit ihren etlichen Tempeln. Der Phou Si gilt als Sehenswürdigkeit Nummer 1 in Luang Prabang.
Fast jeden Abend verbrachten wir einige Stunden auf dem grossen Nachtmarkt. Es werden wunderschöne handgefertigte Souvenirs feilgeboten. Ich kam in einen Kaufrausch, lag ev. auch an der Lao Lao-Happy Hour, die wir vorher ausnützten ;-)

Kissenbezüge am Nachtmarkt

Schlussendlich sendeten wir stolze 6kg Souvenirs per Schiff in die Schweiz. Das bisher schwerste Paket unserer Reise. Jedesmal hoffe ich ganz fest, dass es auch Zuhause ankommt! Das Paket aus Vietnam ist heil bei meinen Eltern eingetroffen. Aber das Paket von Kambodscha ist noch irgendwo unterwegs...
Ich hütete noch einen Tag lang das Bett oder besser gesagt die Toilette. Pädu war auch nicht wirklich fit. Aber schnell waren wir wieder gesund und genossen das köstliche Essen und die frischen Fruchtsäfte, die überall angeboten wurden. Im Restaurant Delilah's ass ich das beste grüne laotische Curry unserer Reise! Yammy!
Uns hat Luang Prabang sehr gut gefallen. Wir fühlten uns jedoch wie in einem Dorf in Europa und nicht wie in Asien. Nach einer erlebnisreichen Woche fuhren wir mit dem Minibus nordwärts nach Nong Kiao.

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