Vientiane

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Klein und entspannt schmiegt sich Vientiane an eine 12km lange Biegung des Mekong. Gut 460'000 Menschen leben hier, in der grössten Stadt des Landes, deren Gemächlichkeit den Charakter von Laos widerspiegelt. Doch die Tage der Ruhe sind gezählt. Neue Strassen, Verwaltungsgebäude, Bürohäuser und gigantische Shopping Malls (teilweise noch in Planung) verpassen der Stadt langsam ein modernes Gesicht.  
Wir mussten einige Hotels abklappern bis wir ein freies Zimmer fanden. Das Youth Inn II hatte jedoch nur noch ein Dreibett-Zimmer frei. Am nächsten Tag konnten wir in ein preiswertes Doppelzimmer wechseln. Wir verbrachten den ersten Tag mit Sightseeing. Die Stadt ist gut zu Fuss erkundbar. Der bekannteste Tempel, den wir besichtigten, war Vat Sisaket. Insgesamt werden dort mehr als 10'000 Buddhastatuen und -figuren aufbewahrt.
Wir besuchten den Talat Sao und die Shopping Mall, welche seit 2009 fertig sein sollte. Einige Läden sind offen. Doch der grösste Teil ist immer noch eine Baustelle. Aber es hatte ein Optikergeschäft, in welchem ich endlich Linsenmittel kaufen konnte. Viele Strassen sind mit den französischen Wörtern Rue, Avenue oder Boulevard angeschrieben. Wir liefen die Lane Xang Avenue entlang. Diese erinnert an die Champs-Elysées in Paris. Am nordöstlichen Ende der Strasse mitten im Kreisverkehr steht das Patuxai ("Siegestor"). Das Tor sieht aus wie eine asiatische Version des Pariser Triumphbogens.

Patuxai ("Siegestor")

Am Abend spazierten wir nach dem Essen über den Nachtmarkt, welcher sich am Ufer des Mekong befindet. Ich kaufte mir ein paar Ohrenstecker und ein T-Shirt. Es hatte auch viele schöne laotische Souvenirs.
Den nächsten Tag verbrachten wir gemütlich und erledigten noch Diverses.
Am letzten Tag mieteten wir ein Moped. Als Erstes besichtigten wir das bedeutendste religiöse Monument des Landes, den That Luang. Buddha selbst soll den Ort besucht und den Bau vorausgesagt haben. Das Nationalsymbol besteht aus drei Ebenen und misst vom Boden bis zur Spitze 45m. Wir fanden jedoch die grosse goldene Buddha-Figur neben dem That Luang spannender ;-)
Mit dem Moped fuhren wir über eine holprige Staubstrasse bis zum Buddha Park (Xieng Khouan), Vientianes schrägste Sehenswürdigkeit. Ein fantasievoller Skulpturengarten mit zahlreichen meterhohen Betonstatuen aus Hinduismus, Buddhismus und laotischer Folklore. Der rund 1ha grosse Park wurde 1958 von dem laotischen Künstler Boun Leua Soulilat geschaffen. Am berühmtesten ist die mächtige liegende Buddhastatue, die inzwischen Postkarten, Poster und Buchtitel ziert. Uns hat der skurrile Park sehr gut gefallen, mal was Anderes :-)

Xieng Khouan ("Buddhapark")

Auf der 24km langen Strecke zurück Richtung Vientiane sahen wir viele Fabriken. Tabak, Holzverarbeitung, Papier, Pharmazeutik und Bier. Bei der Beerlao-Brauerei machten wir einen Halt. Wir wollten unbedingt die Brauerei besichtigen. Fast 99% des Bieres, das in Laos getrunken wird, stammt von hier. Pro Jahr werden etwa 210 Mio. Liter Bier und 21 Mio. Liter Trinkwasser (Tigerhead) produziert. Die meisten Rohstoffe kommen aus dem Ausland. Beerlao gehört zur Hälfte Carlsberg Asia, die andere Hälfte ist Staatsbesitz. Wir erhielten am Eingang einen Besucher-Batch und kamen uns im modernen Hauptgebäude ein bisschen schäbig vor in unseren dreckigen Klamotten und dem Staub im Gesicht. Es war alles sehr sauber, neu und ungewöhnlich professionell. Wir bezahlten den Preis für die Besichtigungstour, erhielten eine ausgedruckte Quittung! und durften an der Bar ein Beerlao auswählen. Wir setzten uns auf das moderne Mobiliar und genossen unser Beerlao, welches mit einem Snack serviert wurde. Eigentlich wollten wir das neue Beerlao Gold probieren, welches sie leider nicht hatten. Dieses gibt es erst seit einer Woche und man kann es noch nicht kaufen. Somit bestellte ich ein helles und Pädu ein dunkles Beerlao. Danach führte uns eine höfliche Dame im Dresscode durch die Brauerei. In einem Vorführungsraum wurde uns ein Film über die Entstehung der Brauerei gezeigt. Ich kam mir vor wie in einem Privatkino, da wir die Einzigen waren :-) Nach den vielen Informationen machten wir einen Rundgang durch die grosse Brauerei. Dies war sehr spannend und man erhielt Durst auf mehr Beerlao ;-) Nach der netten Führung sahen wir uns das Museum mit den zahlreichen Auszeichnungen an.

Zu Besuch in der Beerlao Brauerei

Unser letztes Abendessen in Vientiane genossen wir im koreanischen Restaurant Dok Champa, welches einen schönen grünen Innenhof hat. Wir bestellten köstlichen Mekong-Fisch und wurden auch bei unserem zweiten Besuch nicht enttäuscht.
Am nächsten Morgen assen wir nach dem Check-Out Frühstück in unserer Lieblings-Nudelsuppenküche Pho Dung. Danach bestiegen wir den vollen Bus nach Vang Vieng.

Frühstück :-)

Vientiane ist eine gemütliche Grossstadt mit Dorfcharakter. Für uns waren die drei Tage optimal, um die Stadt und Umgebung zu erkunden.

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