Thakhek

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Viele Leute benutzen die kleinste der grossen laotischen Mekongstädte als Basis, um den Motorradloop zu organisieren - so auch wir. Der 50'000-Seelenort wirkt verschlafen wie eh und je.
Im Khammuane Inter Guesthouse bezogen wir ein Doppelzimmer. Die Wände im Zimmer und Bad waren rosarot gestrichen. Zu unserem Erstaunen hatte es sogar eine Badewanne. Wir kamen uns vor als wohnten wir in Zuckerwatte :-D
Beim Mopedvermieter WangWang konnten wir ein Moped für die nächsten fünf Tage ergattern. Momentan ist Hochsaison, was sehr mühsam sein kann! Gästehäuser sind ausgebucht, alle Mopeds vermietet... Aber wir hatten Glück und nahmen am nächsten Morgen unser Gefährt in Empfang. Erster Stopp war der Talat Sooksomboom. Der grosse Markt liegt etwas ausserhalb des Zentrums. Wir waren einmal mehr fasziniert von den exotischen Angeboten. Frösche, Ratten, Käfer, Hundefleisch - alles frisch und teilweise noch lebendig... Bei einem Stand assen wir eine Nudelsuppe zwischen den Einheimischen. Touristen Fehlanzeige ;-)

Leckereien am Talat Sooksomboom ;-)

Nachdem wir uns vom interessanten Markt losreissen konnten, fuhren wir zum That Sikkhottabong. Wir wurden von Uniformierten angehalten und es wurde ein Sticker an unser Moped geklebt - Eintritt ans jährliche That Sikkhottabong Fest. Ich hatte in unserem Guide davon gelesen, dass dies im Februar stattfindet. Wir sahen viele Markt- und Essensstände, die jedoch noch im Aufbau waren. Das 3-tägige Fest zieht etliche Gläubige aus der Provinz und dem benachbarten Thailand an. Wir besichtigten den 30m hohen Stupa, welcher am Ufer des Mekong liegt.  Er ist die berühmteste Sehenswürdigkeit Thakheks. Neben dem Stupa wurde Fussball gespielt. Leider war der Match zu Ende und wir sahen nur die letzten Minuten.
Abends tauschten wir unser Moped bei WangWang, da der Korb kaputt war und Lärm machte. Im Guesthouse machten wir eine Reservierung, damit wir nach dem Mopedloop eine Bleibe hatten. Unsere Tramper konnten wir kostenlos im Guesthouse einstellen. Nur mit unserem kleinen Tagesrucksack am Rücken starteten wir den Mopedloop im Gegenuhrzeigersinn. Wir besichtigten interessante Höhlen. Teilweise durften Frauen nur im "Sin" (traditionelles Jupe) die Höhle betreten. Bei der Kasse konnte man diese für einige Kip ausleihen. Eine Höhle fanden wir nur dank der Hilfe von zwei kleinen Jungs, die uns den Weg durch den Dschungel zeigten. Bei der im Jahr 2009 entdeckten Tham Pa Fa mit ihren 229 Buddhafiguren hatte es am meisten Touristen (vorwiegend Asiatische).

Heiliger See in der Tham Pha In Höhle

Wir fuhren zu einer Badestelle, die leider nicht wirklich zum Baden einlud. Das Wasser war trüb und es hatte lästige Fliegen.
Die Fahrt auf der Asphaltstraße durch die eindrücklichen Karstberge war wunderschön. Wir genossen die herrliche Landschaft bei schönem Wetter. Doch dann hatten wir eine Panne... Unser Hinterreifen war beschädigt. Pädu hatte dies bereits vorher festgestellt. Aber wir hofften, dass dies kein Problem geben würde. Wenn wir nach dem Bemerken zurück gefahren wären, hätten wir den Loop nicht mehr am selben Tag starten können. Deshalb hofften wir, dass der Pneu die 4 Tage übersteht. Falsch gedacht! Zum Glück trafen wir nette Einheimische Mitten im Nirgendwo, die uns halfen. Sie besorgten einen neuen Pneu und Schlauch. Wir waren die Attraktion. Die ganze Familie und Nachbarschaft war anwesend. Sie musterten uns, sprachen Laotisch mit uns und kicherten. Nach einer Stunde war unser Moped erneut startklar. Wir bezahlten das Material und bedankten uns bei den hilfsbereiten Leuten.

Freundliche Unterstützung der Einheimischen

Ohne weiteren Zwischenfall fuhren wir bis Gnommalat. Im einzigen Restaurant stillten wir unseren Hunger und übernachteten im einzigen Gästehaus des Ortes. Ausser uns waren nur ein paar Asiaten dort, die auf der Durchreise waren. Wir genossen eine warme Dusche, was bei den kühlen Nachttemperaturen gut tat.
Frühmorgens nachdem wir das Visitorcenter des Nam-Theun-II-Stausees besucht hatten, fuhren wir auf das Nakai-Plateau. Wir waren froh um unsere Jacken, da die Temperaturen nicht mehr so warm waren wie in Thakhek. Ab Ban Oudomsouk (Nakai) wechselten die Strassenverhältnisse. Die Asphaltstrasse verabschiedete sich. Pädu manövrierte unser Moped über eine Staubpiste mit vielen Schlaglöchern und Steinen. Nun wussten wir auch weshalb der Loop nur in der Trockenzeit machbar ist. Ausser man mietet eine grosse Maschine. Nach 70km Staub fressen, kamen wir schmutzig im kühlen Lak Xao an. Wir bezogen ein Zimmer und besuchten kurz den Markt, um Früchte zu kaufen. Später assen wir eine grosse Nudelsuppe im angeblich besten vietnamesischen Restaurant der Umgebung. Die Suppe war köstlich und wärmte. Der Stromausfall wurde mit LED-Lampen überbrückt. Wir genossen wieder eine warme Dusche bevor wir müde ins Bett fielen.
Auf einer guten Asphaltstrasse fuhren wir durch eine hübsche Karstkulisse von Lak Xao nach Khoun Kham, wo wir etwas assen. Nach 40 weiteren Kilometern erreichten wir Ban Kong Lo, wo wir eine preiswerte Unterkunft fanden. Hier trafen wir das erste Mal auf viele Touristen. Alle waren wegen der bekannten Höhle Tham Kong Lo angereist, welche man mit dem Boot passieren kann. Es fahren sogar Busse nach Ban Kong Lo, was sonst nicht viel zu bieten hat. Wir liessen unsere sieben Sachen im Guesthouse und fuhren zur Höhle. Dort war alles professionell organisiert. Wir bezahlten Eintritt, Boot inkl. zwei Bootsleute und erhielten Stirnlampen und FlipFlops. Zu Fuss liefen wir zum Höhleneingang.

Höhleneingang zur Konglor Cave

Man kann nur ahnen, wie viel Mut die fünf Freiwilligen aufbringen mussten, die der Legende nach einst als erste in den pechschwarzen Schlund der Tham Kong Lo paddelten. Aus Angst, nicht wieder heraus zu finden, streuten sie Reishülsen ins Wasser. Sie kamen jedoch nach einem halben Tag am anderen Ende wieder heraus. Somit hatten sie bewiesen, dass die Höhle trotz Dunkelheit, Kälte und Geistern passierbar ist. Seit 2003 hat die Provinzregierung Tham Kong Lo für den Tourismus freigegeben.
Wir bestiegen unser Holzboot. Stirnlampe und FlipFlops hatten sich bereits bewährt. Da man durch Sand und Wasser laufen musste und es dunkel war. Einer der Bootsleute sass Vorne, zeigte den Weg und gestikulierte wild mit den Armen bei Hindernissen (Steinen, Stromschnellen...). Der zweite Bootsmann bediente hinten den Motor. Wir fuhren durch die stockdunkle riesige Höhle. Mir stockte der Atem vor Faszination! Ich war total beeindruckt! Die Höhle ist 6,3km lang, teilweise 100m hoch und 60m breit. Nach etwa 10 Minuten Fahrt gelangten wir zur Hauptattraktion, dem so genannten Tempelkomplex - meterhohe Tropfsteine. Wir mussten aus dem Boot steigen. Ein Weg führte durch die stimmungsvoll beleuchteten Stalakmiten und Stalaktiten. Danach stiegen wir wieder ins Boot und die Fahrt ging weiter. An einigen Stellen mussten wir aus dem Boot steigen, um es über Stromschnellen und Kieselbänke zu schieben. Das Wasser kam höchstens bis zu den Knie und war nicht mal so kalt. Zwischendurch mussten wir auch das Wasser in unserem Boot ausschöpfen. Nach einer Stunde sahen wir Tageslicht. Unsere Augen mussten sich wieder daran gewöhnen. Wir machten einen kurzen Stopp. Es hatte einige Stände mit Getränken und Snacks. Dann ging es durch die Höhle wieder zurück. Nach einer weiteren Stunde voller Staunen und Begeisterung kamen wir am Ausgangspunkt an. Für uns war diese Fahrt das bisherige Highlight unserer Reise durch Laos!
Nach einer warmen Dusche assen wir die laotische Spezialität Laap mit Reis und gingen früh schlafen.
Am vierten Tag fuhren wir die verbleibenden 200km zurück nach Thakhek. Anfangs war die Strecke kurvig und führte über Karstberge. Beim Sala Viewpoint hielten wir an und genossen die tolle Aussicht über die imposante Landschaft. Die letzten 100km waren flach wie ein Pfannkuchen und einschläfernd gerade.

Geisslein als zufriedener Beifahrer

In Thakhek brachten wir unser Moped zurück. Wir erzählten von unserer Panne und bezahlten einen Tag weniger Mopedmiete. Ein fairer Deal. Danach bezogen wir unser reserviertes Zimmer. Wir hatten vier tolle Tage on the road verbracht!
Am nächsten Tag brachte uns der lokale Bus über die dritte Freundschaftsbrücke über den Mekong nach Thailand. Da unser 1-Monats-Visum ablief, mussten wir ein Neues besorgen. Man kann dies in Vientiane beantragen und bezahlt pro weiteren Tag in Laos USD 2-3. Das ergibt mind. USD 60 für 30 Tage - Wucher! Die andere Möglichkeit ist, auszureisen und wieder einzureisen. Auf diesem Weg kostet das Visum für 30 Tage USD 35 (für Schweizer). Wir überquerten die Grenze zu Thailand und reisten mit dem nächsten Bus wieder zurück nach Laos. Ohne Probleme erhielten wir das Visum. Der Bus wartete auf uns und wir fuhren zurück nach Thakhek. Ich war froh, dass dies so einfach geklappt hat. Mit einem Laos-Reisemonat mehr im schönen roten Pass, fuhren wir am nächsten Tag mit dem Bus in die Hauptstadt Vientiane.

1 Kommentar :

Hallo zämä! Tolle Story! Sicher ein unvergessliches Erlebnis! Grüässli Bruderherz Lars&Coni
März 2, 2014 12:00
Alle anschauen von Larry

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