Provinz Champasak & Bolaven-Plateau

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Pakse ist Champasaks Verwaltungszentrum und die drittgrösste Stadt des Landes. Mehr als 100'000 Menschen leben in der Mekongstadt, überwiegend Lao, Chinesen und Vietnamesen.
Wir erhielten ein Zimmer im Fang Sedon Guesthouse, welches direkt am Mekong liegt und uns Lutz empfohlen hatte. Am ersten Tag mieteten wir bei Miss Noy Fahrräder und für die Folgetage reservierten wir eines der begehrten Mopeds. Wir gingen Laotische Kip (LAK) abheben, kauften SIM-Karten und bestaunten den Talat Daoheuang, den grössten Markt von Laos. Wir lieben Märkte wie diesen! Es gibt nicht nur viel zu sehen, sondern auch etliche Gerüche. Es ist immer wieder ein Erlebnis für alle Sinne :-)

Zu Besuch am grössten Markt in Laos (Pakse)

Nach dem Marktbesuch fuhren wir über die Lao-Nippon-Brücke zum goldenen Buddha. Dieser liegt 550 Stufen auf einem Hügel mit toller Aussicht auf die Stadt und die Karstberge. Nach einem Beerlao und leckeren Reisbällchen an einem Essensstand am Mekong-Ufer besichtigten wir den Vat Luang. Nach dem Abendessen gingen wir zu Miss Noy. Um 19.30h informierte ein Belgier die Touristen betreffend Bolaven-Plateau, Pakse und Umgebung.

Am nächsten Tag mussten wir vor 8.30h bei Miss Noy eintreffen, um unser reserviertes Moped in Empfang zu nehmen. Sie verlangen jeweils einen Pass als Sicherheit. Bei herrlichem Wetter fuhren wir Richtung Champasak. Unterwegs machten wir einen Essensstopp. Wir hatten sticky rice mit Kokosraspeln in Bambus als Frühstück gekauft. Wir lieben sticky rice! Das ist klebriger Reis, den man mit den Händen isst. Nach 1,5h Mopedfahrt erreichten wir den Bergtempel Vat Phou. Dieser liegt 8km südwestlich von Champasak am Fuss des Phou Kao (1'416m). Der Tempelkomplex gehört zu den frühesten und stimmungsvollsten Heiligtümern der Khmer ausserhalb Kambodschas. Die ältesten Ruinen gehen Angkor zeitlich sogar voraus.

Vat Phou

Auf dem Rückweg bewältigten wir die 380 steilen Stufen zum Phou Gnoy Temple. Die Aussicht auf den Mekong war wunderschön. Zurück in Pakse fuhren wir am Flughafen vorbei zu einem Vat mit zahlreichen goldenen Buddhas. An der Seitenstrasse zum Vat kann man Männern bei der schweisstreibenden Steinmetzarbeit zusehen. Sie meisseln Buddhas in allen Grössen aus dem Stein. Nachdem die Buddhas geschliffen wurden, bemalen sie diese in allen Farben. Die Kunstwerke werden auch ins Ausland verkauft.

Junger Steinmetz bei der Herstellung eines Buddhas

Retour in Pakse fuhren wir zu den Essensständen am Mekong-Ufer und genossen die Abendsonne bei einem warmen Beerlao mit Eis und Reisbällchen.

Nach dem Check-Out im Fang Sedon Guesthouse konnten wir unsere Tramper gratis bei Miss Noy einstellen. Unser Moped Nr. 7 und die bereits ausgewählten Helme standen parat. Mit wenig Gepäck (kleiner Rucksack und Tasche) starteten wir unsere grosse Bolaven-Plateau-Rundfahrt. Das fruchtbare Hochland streift alle vier Südprovinzen und ist für sein mildes Klima, seine Mon-Khmer-Völker und die vielen Kaffeeplantagen bekannt. Der nährstoffreiche Boden, moderate Temperaturen und viel Regen bieten ideale Bedingungen für den Anbau von Obst, Gemüse und Gewürzen. Die bekannteste Pflanze des Plateaus ist aber der Kaffee. Man sieht die Bohnen beiderseits der Strasse zum Trocknen ausliegen. Ein Grossteil des laotischen Kaffee-Exports geht nach Japan, Polen, Deutschland und in die USA.
Vier Tage waren wir mit dem Moped unterwegs. Wir übernachteten beim touristischen Tad Lo in einem Dormitory (Schlafsaal, pro Bett LAK 15'000 = CHF 1.65, unsere günstigste Übernachtung seit Reisebeginn!), beim einsamen Tad Hua Khon in einem Bungalow und in der Stadt Paksong im Bolaven Guesthouse.

Dormitory bei "Mamapap" in Tad Lo

Insgesamt hatten wir drei Pannen (Loch im Schlauch, geplatzter Schlauch und Kettenschutz bei den Speichen eingehängt). Für die Einheimischen an der Tagesordnung und somit kein Problem.
Wir sahen 12 Wasserfälle und der Schönste war eindeutig Tad Alang. Amazing! Zum Glück hatten wir uns für die grosse Rundfahrt entschieden. Ansonsten hätten wir unser persönliches Highlight gar nicht gesehen. Bei den meisten Wasserfällen kann man baden. Das Wasser ist erfrischend und  eine Abkühlung ist willkommen bei den heissen Tagestemperaturen.

Tad Alang

In der Nacht wurde es jeweils kalt. Nebst dicken Decken hatten wir teilweise noch unsere Kleider an zum Schlafen.
Beim Tad Hua Khon waren wir die einzigen Touristen und auch Übernachtungsgäste. Die Kinder sprangen vom Felsen ins Becken des Wasserfalls. Mädchen mit geflochtenen Körben wuschen Grünzeug im Fluss und boten uns Blätter zum Verzehr an.
Beim Tad Feak wurden wir von Einheimischen umringt, die unbedingt Fotos mit uns knipsen wollten. Pädu hatte plötzlich einen kleinen Jungen auf dem Arm. Wir wurden herum geschoben und posierten geduldig für zahlreiche Handyfotos :-)

Photoshooting am Tad Faek

In Paksong fanden wir ein tolles Vietnamesisches Restaurant in welchem wir eine authentische Pho Bo assen. Vietnam ist ja nur ein Katzensprung entfernt. Die Versuchung nach einem Abstecher war definitiv vorhanden ;-)
Nach 382km mit dem Moped über Asphalt, Staub, Sand und Schlaglöcher kamen wir wohlbehalten zurück nach Pakse. Leider war das Fang Sedon Guesthouse und vier weitere Gästehäuser ausgebucht. Wir erhielten ein Zimmer im Phonesavanh Guesthouse. Nachdem wir unsere Tramper bei Miss Noy abgeholt hatten, gönnten wir uns nach fast einem Monat Kaltdusche wieder mal eine hot shower. Normalerweise nehmen wir jeweils Zimmer mit Kaltdusche, da diese günstiger sind und man bei den Temperaturen keine heisse Dusche benötigt. Teilweise hat es auch nur Zimmer mit Kaltdusche. Es war herrlich warm zu duschen und den Staub der Strasse aus den Haaren zu waschen. Unser Moped brachten wir Miss Noy zurück und bezahlten die Miete für 5 Tage (LAK 50'000 pro Tag). Abends bastelten und assen wir an einem Essensstand am Mekong-Ufer frische Frühlingsrollen mit köstlichem grillierten Fisch.

Frische Frühlingsrollen mit Mekongfisch

An unserem letzten Tag in Pakse mussten wir noch Diverses (Toilettenartikel kaufen, Wäsche bei Miss Noy abholen, Geld abheben, Blogeintrag auf Website laden, Fotos aussortieren, packen etc.) erledigen. Müde lag ich im Bett und draussen knallten immer noch Feuerwerkskörper zum Chinesischen Neujahr, welches bereits vor einigen Tagen gefeiert wurde.
Uns hat die Stadt Pakse trotz den Bauarbeiten an der Hauptstrasse sehr gut gefallen. Der schöne Ausflug zum Vat Phou und die sonnigen Tage im Bolaven-Plateau waren toll. Unser nächstes Ziel ist die Stadt Savannakhet in Zentrallaos.

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