Mondulkiri (Sen Monorom)

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Die Fahrt mit dem überfüllten Minibus (ca. 20 Personen) dauerte vier Stunden. Die Touristen wurden in die beiden hintersten Reihen gesetzt, immer vier Westler pro Reihe. Die Einheimischen hatten es nicht so komfortabel. Sie sassen teilweise zu sechst in einer Reihe. Das Gepäck wurde unter die Sitze und Füsse verstaut oder Aussen beim Kofferraum mit Seilen angebunden.

Überfüllter Minibus nach Sen Monorom

Immer wieder hielt der Minibus und es stiegen Leute ein oder aus. Die Strasse war asphaltiert und der Minibus fuhr sehr schnell. Es gab eine Pause und wir assen einmal mehr "Topfküche" für USD 1.25 pro Person. Der Preis beinhaltet ein Topfgericht nach Wahl, ein Teller Reis und Tee à discretion. Auf dem Tisch stehen immer Saucen (Soja, Fisch, Chili), Salz, Pfeffer, Servietten und Zahnstocher. 

In Sen Monorom (Mondulkiri) wurden wir von diversen Leuten mit Werbeplakaten in Empfang genommen. Jeder wollte sein Hotel, Gästehaus oder Bungalow anpreisen. Wir hatten bereits in Kratie einen Flyer der Tree Lodge gesehen. Die nette Besitzerin stand tatsächlich dort und wir entschieden uns mit ihr zur Tree Lodge zu fahren und die Bungalows anzusehen. Mit dem Auto (!) wurden wir chauffiert. Das Bungalow für USD 5 gefiel uns sehr und wir entschieden uns zu bleiben. Es gab auch noch kleinere Bungalows für USD 3. Doch wir bezahlten die Differenz gerne für den Mehrkomfort (heisse Dusche, Terrasse mit schöner Aussicht, zwei grosse Betten, tolles Natur-Badezimmer). Doch die später bemerkte riesige eklige Spinne hätte nicht sein müssen. Noch am selben Abend trafen wir beim Nachtessen in der Tree Lodge auf Rebekka&Philippe. Wir unterhielten uns mit dem sympathischen deutschen Paar über das Mondulkiri-Projekt, bei welchem Tree, der Besitzer der Lodge, tatkräftig mitwirkt. Wir gingen bald schlafen, da wir kalt hatten und uns auf die gemütlichen Kuscheldecken freuten.

Chanti mit ihrer Kuscheldecke

Nach dem Frühstück mieteten wir ein Moped. Mit Rebekka&Philippe fuhren wir zu den Romanea-Wasserfällen. Der zweite Wasserfall war im Dschungel versteckt und lud zum Baden ein. Wir waren die einzigen Leute und genossen das Baden, das kleine Picknick und die Ruhe. Beim Monorom-Wasserfall war die Stimmung sehr komisch. Man konnte Elefanten reiten und es hatte auch Verkaufsstände mit kalten Getränken und Snacks. Irgendwie fanden wir alle, dass was in der Luft liegt. Wir blieben nicht lange. Als ich sah wie sie die Elefanten mit den Stöcken mit Haken schlugen, taten mir die Tiere noch mehr leid. Bevor wir zurück fuhren, genossen wir den Sonnenuntergang.
Rebekka&Philippe hatten die Idee nach einem Kochkurs in unserer Unterkunft zu fragen. So durften wir am Abend beim Kochen unseres Curry zusehen. Leider fehlte Philippe, da er krank war. Es war mehr ein über die Schulter schauen, aber es hat trotzdem Spass gemacht.

Als Zuschauer in der Küche der Tree Lodge

Wir buchten eine 2-Tagestour beim Mondulkiri-Projekt. Ein Tag mit Elefant und der zweite Tag Dschungel-Wanderung. Am ersten Tag war Mr. Tree unser Guide. Mit dem Auto fuhren wir einige Kilometer in die Umgebung von Sen Monorom. Zu Fuss lief die Gruppe (Rebekka&Philippe, eine Deutsche, eine Belgierin und wir) in den Dschungel. Tree erklärte uns viel Interessantes über das Projekt, den Dschungel, die letzten asiatischen Elefanten von Kambodscha und die Minderheiten (Phnong). Im Dschungel trafen wir dann Nang-Sha, die Elefantendame und ihr Mahout (Elefantenführer). Wir fütterten ihr Bananen, welche sie genüsslich samt Schale verschlang. Nang-Sha wurde früher als Arbeitselefant gebraucht. Sie ist sich Menschen gewöhnt. Das Projekt mietet Nang-Sha und bezahlt pro Monat USD 500 an die Phnong. So kann der 42-jährige Dickhäuter lernen Elefant zu sein und nicht Arbeitsgerät. Sie frisst 22 Stunden am Tag (was für eine tolle Vorstellung ;-) !). Das Projekt gibt es erst seit Mitte Oktober 2013 und sie haben zur Zeit nur einen Elefanten. Ziel ist es einen männlichen Elefanten dazu zu mieten und Nachwuchs zu zeugen. Der jüngste Elefant in Kambodscha ist 32 Jahre alt. Die Phnong wollen keine Elefantenbabys in ihrem Dorf. Da sonst gemäss ihren Bräuchen ein Dorfmitglied sterben müsste. Deshalb will das Projekt die Elefanten zu sich in den Dschungel holen. Dort kann Nachwuchs gezeugt werden ohne die Bräuche der Phnong zu verletzen. Wir liefen mit Nang-Sha durch den Dschungel zum Fluss. Dort durften wir mit ihr baden und sie waschen. Was für ein unvergessliches Erlebnis für uns Elefantenliebhaber! Nach dem Bad mussten wir uns von Nang-Sha verabschieden. Reiten kann man die Elefanten nicht, da dies das Projekt nicht gutheisst. Elefanten zu reiten ist nicht natürlich und schadet deren Gesundheit extrem. Nang-Sha hat davon eine verbogene Wirbelsäule. Sie ist auch sehr abgemagert, da sie zu wenig Futter kriegte und überbeansprucht wurde. Jemand hat der Armen sogar den Schwanz abgeschnitten. Die Chinesen lassen Ringe mit Elefantenhaar anfertigen. Dies soll Glück bringen. Elefanten haben ein gutes Gedächtnis und vergessen Nichts. Sie trauern sogar um verstorbene Familienmitglieder.

Nang-Sha mit Philippe, Pädu und Rebekka

Ich finde Elefanten sehr interessante und eindrucksvolle Tiere. Das Aussterben des asiatischen Elefanten in Kambodscha muss unbedingt verhindert werden. Wir wünschen Tree und dem Mondulkiri-Projekt alles Gute!
Beim Haus einer Phnong-Familie, wo wir bereits am Mittag assen und chillten, sagten wir den Anderen "Tschüss". Die Vier hatten einen Tagesausflug gebucht. Leider fuhren Rebekka&Philippe am nächsten Tag weiter und wir mussten uns von ihnen verabschieden. Wir senden Rebekka&Philippe an dieser Stelle liebe Grüsse und eine Schüssel voll Eggplants! So herzig :-D Die Phnong-Familie war sehr gastfreundlich, auch wenn sie kein Englisch sprachen. Nad, unser Guide für die Dschungelwanderung, zeigte uns wie man Essen im Bambusrohr zubereitet. Thai-Auberginen, Schweinefleisch, Wasser und Salz wurden ins Bambusrohr gestopft. Dieses wurde direkt ins Feuer gestellt.

Traditionelles "Bamboo Cooking"

Zu der Suppe aus dem Bambusrohr wurde Reis und gebratener Fisch serviert. Wir assen alle (Nad, seine Frau, der 3-jährige Sohn, das Baby schlief bereits) zusammen auf dem Boden. Es war bereits dunkel und sie hängten eine Taschenlampe an eine Schnur. Das Essen schmeckte ausgezeichnet. Zum Dessert gab's Bananen und dann ab in die Hängematte. Wir schliefen draussen in je einer Hängematte mit Moskitonetz. Gegen die Kälte gab es zwei dünne Decken. Trotz der Decken und vieler Kleider hatten wir kalt in der Nacht. Der Temperaturunterschied von Tag zu Nacht war krass (ca. 20 Grad!). Aber bequem war es und wir genossen das Erlebnis. Um 6.15h standen wir auf und liessen die Morgenstimmung des Dschungels auf uns wirken. Nad kam bereits zurück mit Fischen aus dem Fluss. Uns wurde leider (!) westliches Frühstück (Pancakes mit Nutella) serviert. Ich konnte nicht viel davon essen, da ich solch mächtiges Essen nicht mehr gewohnt bin. Wir hätten lieber mit der Familie Reis gegessen. Mit dem Bauch voller Nutella-Pancakes ging es um 8.00h los. Wir folgten Nad durch den Dschungel. Er hatte zum Glück ein Buschmesser dabei. Wir waren froh um die langen Kleider und Trekking-Schuhe. Es war wirklich dichter Dschungel und wir mussten uns teilweise richtig durch kämpfen. Insgesamt sahen wir vier schöne einsame Wasserfälle. Wir konnten sogar baden. Es war herrlich erfrischend. Zum Mittagessen gab es Reis, Fleisch und natürlich Bananen. Die Wanderung war anstrengend und Nad legte ein schnelles Tempo vor in seinen Flip Flops. Nach 9 Stunden erreichten wir unser Ziel. Wir wurden mit dem Auto abgeholt und zur Tree Lodge gebracht. Es war eine geniale Tour! Ich werde das Bad mit Nang-Sha mitten im Dschungel nie vergessen!

Einsamer Wasserfall im Dschungel

Der Folgetag wurde zum "lazy day" erkoren ;-) Und an unserem letzten Tag mieteten wir nochmals ein Moped. Wir fuhren zum Bou-Sraa-Wasserfall, welchen wir nach ca. 1h erreichten. Es war sehr touristisch und wir bezahlten Eintritt. Wir staunten als wir einen Reisebus auf dem Parkplatz sahen. Viele Leute sassen beim Wasserfall und picknickten. Wir setzten uns auf einen Baumstamm und assen Baguettes mit Gemüse, undefinierbarem Fleisch und Chilisosse. Die Sandwiches hatten wir in Sen Monorom an einem Stand gekauft. Sie werden immer frisch zubereitet. Jedoch wird nicht immer dasselbe Fleisch verwendet. Zum Dessert kauften wir eine grüne Mango, welche man in scharfem Chilisalz dippt. Mmmhhh, we love it! Am Abend assen wir nochmals im Restaurant SovannKiri. Das Essen ist sooo... lecker! Pädu erhielt seinen ersehnten ganzen Fisch mit Ingwer und ich ass very spicy beef.

Gebratener Ingwer mit Mekong Fisch

Wir gaben das Moped ab und skypten noch 'ne Runde bevor wir dann die letzte Nacht in unseren liebgewonnenen Kuscheldecken verbrachten.
Schlussendlich blieben wir über eine Woche in Mondulkiri! Leider ist die Strasse nach Ratanakiri (Banlung) noch nicht fertig. Somit müssen wir mit dem Minibus zurück nach Kratie. Von dort aus geht's dann weiter Richtung Norden.

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