Kampong Thom, Kampong Cham & Kratie

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Der Bus hielt direkt vor dem Arunras Guesthouse, welches wir anschauen wollten. Wir waren die einzigen Touristen, die in Kampong Thom ausstiegen. Das Zimmer kostete USD 7 und der Preis liess sich nicht verhandeln. Es war ein schönes, sauberes Zimmer und der Preis war angemessen. Wir bezahlten für zwei Nächte. In Kambodscha ist es üblich das Hotelzimmer bereits bei der Ankunft zu bezahlen. Zu Fuss erkundeten wir den Ort. Die wenigsten Besucher sehen mehr als die Reisfelder zu beiden Seiten der Strasse, welche die Hauptstadt mit Siem Reap verbindet. Obwohl Zentralkambodscha einige eindrucksvolle Tempel zu bieten hat. Am Abend assen wir auf der Strasse einen grillierten Fisch, welcher wohl aus dem Stung Sen (Fluss durch Kampong Thom) gefischt wurde. Der Fisch schmeckte nicht nur uns, sondern auch dem Streuner, welcher die Fischreste frass. Pädu kaufte noch eine frische Kokosnuss bevor wir ins Hotel zurück gingen. Dies ist bereits zur Gewohnheit geworden. Eine Kokosnuss zum Dessert :-)
Am nächsten Tag kauften wir Gebäck und Sugar cane juice zum Frühstück. Mit dem Tuk Tuk fuhren wir zur Tempelanlage Sambor Prei Kuk. Die Fahrt hat uns sehr gut gefallen. Wir fuhren an etlichen Reisfeldern und kleinen Dörfern vorbei. Die Strasse war holprig und staubig. Wir mögen Fahrten über's Land.
Kaum bei der Tempelanlage angekommen, wurden wir von einem Guide in Englisch angesprochen. Wir lehnten dankend ab und machten uns zu Fuss auf den Weg die Ruinen zu erkunden. Nach einigen Schritten begleitete uns auch bereits ein kleines Mädchen, das uns einen Schal verkaufen wollte. Da die Anlage sehr verstreut im Wald liegt, mussten wir uns zuerst orientieren. Doch die 6-Jährige kannte den Weg und wir folgten ihr. Es war sehr idyllisch, da es fast keine Touristen hatte und die Ruinen in einem schönen Wald liegen. Nach dem Rundgang kaufte ich Naid einen Schal ab und wir bedankten uns bei ihr.

Pädu mit unserem "Guide" Naid

Bevor wir uns mit dem Tuk Tuk auf den Rückweg machten, bestaunten wir noch einen eindrücklichen Baum, der sich um eine Ruine schlängelt. Wir hatten bereits in Angkor solche Bäume gesehen, doch dieser hat uns umgehauen.

Überwachsene Tempelruine in Sambor Prei Kuk

Zurück in Kampong Thom kauften wir die Bustickets für die Weiterreise nach Kampong Cham. Unseren Hunger stillten wir am Strassenrand bei einer Frau mit vielen Töpfen mit leckeren Gerichten. Danach wollte Pädu am Markt ein neues Jäggli kaufen, da er sein Icebreaker in den Tempeln von Angkor liegen gelassen hat. Die Marktfrauen amüsierten sich köstlich und wir uns auch. Alles war (wie vermutet) viel zu eng und zu klein für Pädu. Doch sie gaben nicht auf. Immer wieder fanden sie ein Jäggli, das doch vielleicht irgendwie passen könnte. Leider ohne Erfolg.
Endlich hatten wir mal gute Internetverbindung, um zu skypen. Wir haben zwar meistens Internet in unseren Unterkünften, aber zum skypen reicht's nicht. Doch hier klappte es und wir skypten 1,5h mit meinen Eltern. Es war schön die Beiden am Bildschirm zu sehen und zu hören. Später assen wir bai tschaa auf der Strasse. Das Lieblingsgericht vieler Traveller in Kambodscha. Auch wir finden den Bratreis mit Gemüse, Fleisch und Ei sehr lecker.

Bai Tschaa

Um 9h standen wir auf und packten unsere Tramper. Der Bus sollte uns um 10h aufgabeln. Wir warteten jedoch 1,5h bei der "Bushaltestelle". Weiter ging's in den Nordosten.
Nach 2,5h Fahrt stoppte unser Bus in Kampong Cham. Ein netter Tuk Tuk-Fahrer fuhr uns für 2'000 KHR (USD 0.50) zum Mekong Hotel, welches früher ein Spital war. Wir bezahlten für zwei Nächte. Beim ATM der Canadia Bank hoben wir Geld ab und machten einen Spaziergang am Westufer des Mekong. Obwohl Kampong Cham die grösste Stadt des Nordostens ist, geht es ruhig zu und her.
Wir erhielten ein verspätetes Weihnachtsgeschenk der Crédit Suisse. Endlich wurde unser Mietzinsdepot an uns überwiesen! Dies sind 3 ganze Monatsmieten, also viel Geld! Sie benötigten 4 lange Monate! Pädu hat viel Zeit und Nerven investiert, obwohl sie doch "nur" den Betrag überweisen mussten. Von Vietnam aus mussten wir sogar noch unsere Unterschriften senden. Wir konnten uns auf mailen einigen, da dies per Post wohl lange gedauert hätte. Es war trotzdem nicht sehr einfach, da man nirgends ein Blatt Papier einscannen konnte. Unfassbar, dass dies so lange gedauert hat! Und das Beste an der Sache ist, dass wir immer noch nicht wissen, was genau das Problem war...
Bei unserem Hotel mieteten wir Fahrräder. Als Erstes stoppten wir beim Ara Café und stärkten uns mit einem bai tschaa (Bratreis). Danach besichtigten wir den Wat Pra Tohm Nah Day Doh, welcher an der Uferpromenade liegt. Die Tempelanlage ist erst 100 Jahre alt. Die Fahrt zum Wat Nokor führte an der Hauptstrasse Richtung Phnom Penh entlang. Wir stellten unsere Fahrräder an einen Baum und besuchten die Tempelruine, welche wir fast für uns alleine hatten. Ein süsser Sugar cane juice gab uns wieder Energie und wir traten erneut in die Pedale. Next Stopp: Phnom Pros und Phnom Srei. Wir besichtigen die Pagoden auf den beiden Hügeln. Nach einem künstlichen Erdbeer-Energydrink fuhren wir dieselbe Strecke zurück nach Kampong Cham. Die Bambusbrücke war leider erst im Aufbau. Es ist so, dass die Brücke jedes Jahr neu gebaut werden muss. In der Regenzeit schwemmt der Mekong sie jeweils weg. Wir wären gerne mit dem Fahrrad über die Bambusbrücke zur Insel gefahren.

Bambusbrücke im Aufbau

Im Mekong Lazy Daze gönnten wir uns einen frischen Fruchtsaft. Vor dem Abendessen skypten wir noch ganze 2,5h mit unseren "Fans" ;-) Eigentlich wollten wir an einem Marktstand essen. Doch leider hatten diese bereits Feierabend. Deshalb gingen wir ein zweites Mal ins Khmer Food Restaurant. Das Essen war lecker, aber die Portionen etwas klein. Man konnte jedoch gratis Reisnachschub verlangen. Von Silvester merkte man nicht viel. Das Khmer-Neujahr ist vom 14.-16.4.2014. Entsprechend dem buddhistischen Lunar Kalender wird am Ende der Erntezeit das kambodschanische Neujahr für drei Tage gefeiert. Diese Zeit ist den Kambodschanern sehr wichtig und normalerweise werden alle Häuser und Schreine komplett dekoriert. Wir sahen von unserem Balkon ein kleines Feuerwerk zwischen den Häusern. Dieses war jedoch schnell zu Ende. Wir schickten noch ein paar Neujahrsgrüsse in die Schweiz und schliefen kurz nach Mitternacht ein. In dem Sinne: Happy New Year to everybody! :-)

Am 1.1.2014 reisten wir mit dem Bus nach Kratie. Die Fahrt dauerte 2,5h und zu unserem Erstaunen gab es keinen Stopp. In Kratie verglichen wir ein paar Gästehäuser und entschieden uns für's Silver Dolphin Guesthouse, welches am Mekong-Ufer liegt. Das Zimmer ist den USD 5 angemessen, aber überzeugt hat uns die Dachterrasse. Wir assen im Guesthouse und konnten danach unser Zimmer beziehen. Wir besuchten den Markt, spazierten am Flussufer entlang und genossen den kitschigen Sonnenuntergang über dem Mekong. Nach dem Abendessen chillten wir auf der coolen Dachterrasse. Ausser uns war nur ein anderes Paar dort. Um 21.00h war Feierabend - Strom weg, aber nur auf dem rooftop.

Unser Rooftop im Silver Dolphin Guesthouse

Die Schule neben unserem Guesthouse weckte uns in den frühen Morgenstunden - trotz Ohrstöpsel. Wir mieteten ein Moped und fuhren nach dem Frühstück Richtung Norden. Erster Halt war Phnom Sambok. Auf dem Hügel befindet sich eine Pagode, welche wir besichtigten. Weiter fuhren wir nach Sambor. Die Strecke führt am Mekong entlang, an Kokospalmen, Reis- und Maisfeldern vorbei. Die süssen Kinder winken fröhlich und rufen "Hello!". Es war eine tolle Fahrt. Sambors bekannteste Sehenswürdigkeit ist Wat Tasar Moi Roi, die "Pagode der Einhundert Säulen". Neben der Pagode gibt es eine Organisation zum Schutz der einheimischen Schildkröten, welche im Mekong leben. Uns wurden viele verschiedene Schildkröten gezeigt. Die Speziellste war die Cantor’s giant softshell turtle. Wie der Name sagt, ist der Panzer wirklich weich. Wir waren die einzigen Besucher und wir bezahlten die USD 4 pro Person gerne, um dieses Projekt zu unterstützen. Es ist toll, wie sie die am Mekong lebende Bevölkerung auf die Schildkröten sensibilisieren. Dies ist sehr wichtig, da oft mit Fangnetzen gefischt wird und zahlreiche Schildkröten als Beifang landen. Durch die Mönche des Wat Tasar Moi Roi und der Buddhistischen Vereinigung konnte das Ganze überhaupt ins Leben gerufen werden.

Cantor's giant softshell turtle

Auf dem Rückweg gingen wir mit einem Boot auf den Mekong, um die Irrawaddy-Delfine zu bestaunen. Tatsächlich wurden wir nicht enttäuscht und sahen die Süsswasserdelfine. Ein Foto zu knipsen war jedoch schwirig, da man die Delfine immer nur kurz sah. Leider ist die Zahl der Irrawaddy-Delfine stark gesunken. Da Schutzzonen errichtet wurden, bleibt die Anzahl nun konstant. Die Fischerei ist verboten und passierende Schiffe müssen eine spezielle Route fahren. Nach 1h kamen wir mit vielen tollen Eindrücken zurück ans Ufer.

Irrawaddy Delfine

Wir hielten auf dem Rückweg nach Kratie noch ein paar Mal an, um den Sonnenuntergang zu fotografieren. Nach der Rückgabe des Mopeds und einer kalten Dusche gingen wir Abendessen. Wir hatten einen nervigen Schweizer am Nachbartisch. Dieser erzählte seinen zwei "Gschpändli", in Englisch mit starkem Schweizer-Akzent, dass es in der Schweiz viele "reindeer" und "moose" (Renntiere und Elche) gibt! Hallo, in welcher Schweiz lebt der denn?! Auch sonst erzählte er eine Menge Quatsch! Wir entschieden uns das zweite Bier auf unserer gemütlichen Dachterrasse zu trinken anstatt neben dem dummen Schweizer!
Was für ein sonnig heisser Tag! Nach dem Essen fuhren wir mit der vollbeladenen Fähre auf die Insel Koh Trong. Die Fahrt dauerte nur 5 Minuten. Auf der Insel mieteten wir Fahrräder. Die Fahrt um die Insel war sehr idyllisch. Es ist sehr grün und ruhig, da es keine Autos gibt. Die ersten paar Meter war die schmale Strasse asphaltiert, aber danach folgte ein holpriger Staubweg. Ich war erstaunt und froh, dass unsere in die Jahre gekommenen Fahrräder die Fahrt heil überstanden. Bei einem grossen Garten stoppten wir und der Hausherr gab uns frische Kräuter, um daran zu riechen. Die Kinder waren wie immer total herzlich. Wir genossen die Rundfahrt auf Koh Trong sehr und beendeten unseren Ausflug mit dem Kauf von zwei kleinen Wassermelonen, welche wir auf der Fähre zurück nach Kratie assen. Am Markt kauften wir Zahnpasta und Reiscrackers. Später chillten wir auf der Dachterrasse und assen im Restaurant Mekong. Mit dem Minibus geht's nun nach Sen Monorom (Mondulkiri).

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