Kampong Chhnang & Battambang

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Mit dem Bus fuhren wir in 2,5h von Phnom Penh nach Kampong Chhnang. Auf jeder Busfahrt werden Pausen eingelegt. Meistens hat es ein kleines einheimisches Restaurant, Stände mit Snacks und Toiletten (meistens gegen Gebühr). Wir kauften Bananenchips, Kekse mit Sesam und in ein Bananenblatt eingewickelter Reis mit Früchten. Die angebrüteten Eier "gluschteten" uns nicht. Wir sprachen kurz mit einem alleinreisenden Tourist. Es stellte sich heraus, dass dieser auch Schweizer ist. Er sagte, dass wir die ersten Schweizer sind, welche er in den letzten sechs Reisewochen gesehen hat. Auch wir haben bis jetzt sehr wenige Schweizer getroffen.
Als Einzige stiegen wir in Kampong Chhnang aus, die anderen Leute fuhren mit dem Bus weiter nach Battambang. Wir wurden von einem Tuk Tuk-Fahrer in sehr gutem Englisch angequatscht. Wir fragten nach dem Weg zum Guesthouse, welches wir anschauen wollten. Er sagte, dass es dieses nicht mehr gibt. Wir waren skeptisch, da diese Aussage viele Tuk Tuk-Fahrer benutzen, um Touristen in Gästehäuser zu bringen, wo sie dann Provision erhalten. Wir wollten uns sicher sein und liessen uns zum entsprechenden Guesthouse fahren. Tatsächlich war in dem Gebäude eine Bank untergebracht. Leng fuhr uns zu einem anderen Guesthouse, wo wir ein schönes Zimmer für USD 6 erhielten. Für den Nachmittag machte Leng uns ein Angebot, um mit ihm einen Ausflug zu einem schwimmenden Dorf und aufs Land zu unternehmen. Wir handelten den verlangten Preis runter und willigten ein. Zuerst fuhr Leng uns in Kampong Chhnang herum und stoppte immer wieder, um uns interessante Sachen zu zeigen und zu erzählen. Zum Beispiel hielten wir vor einem der unzähligen Stelzenhäuser. Auf einem Holztisch lagen Fische in der Sonne, um zu trocknen. Er erklärte uns, dass die Einheimischen daraus Fischpaste machen und meinte mit einem Lächeln "cambodian cheese" (wegen dem penetranten Geruch). In der Regenzeit kann man nur mit dem Boot durch das Dorf fahren, deshalb werden hohe Stelzenhäuser gebaut. Manche leben auch in Häusern, die auf Pontons errichtet werden und sich so mit dem Wasserpegel des Tonle Sap heben und senken. Momentan ist Trockenzeit und es wird  tonnenweise Gemüse (Tomaten, Chilis, Aubergine etc.) angepflanzt.

"Cambodian Cheese"

Am Hafen handelten wir mit einer Bootsfrau den Preis für eine 2-stündige Bootsfahrt durch ein schwimmendes Dorf aus. Wir einigten uns auf USD 15 für uns Beide. In Siem Reap kann man auch Bootsfahrten zu schwimmenden Dörfern machen. Wir hörten jedoch, dass ein Besuch nicht sehr authentisch sei. Es handelt sich um eine komplett durchorganisierte und ausgesprochen voyeuristische Sache. Der ganze Spass kostet dort pro Person USD 20 für 1,5h! Mit Schwimmwesten ausgerüstet, stiegen wir ins wackelige Holzboot und los ging's. Die Bootsfrau braucht viel Muskelkraft, um das Boot samt schwerer Last (Chanti&Pädu) den Fluss aufwärts zu steuern. Die Fahrt war fantastisch! Jedes der schwimmenden Häuser ist ein Foto wert. Man glaubt es kaum, aber viele haben sogar Strom. Wir sahen auch Hunde, Katzen und Hühner, welche um die Häuser schlichen. Die fröhlichen Kinder winkten uns zu und riefen "Hello!". Frauen bei der Fischverarbeitung, Männer in der Hängematte, ein Junge beim Friseur, Kinder beim Spielen, Männer beim Fischen, Bootsfrauen mit ihrer Ware - ein lebendiges Dorf auf dem Wasser. Wir waren total begeistert von der Bootsfahrt und haben viele Eindrücke und Fotos mitgenommen. Wir sahen keinen einzigen Touristen in den 2h auf dem Fluss. Genau deshalb waren wir nach Kampong Chhnang gereist. Wir wollten unbedingt einen authentischen schwimmenden Markt sehen.

Typisches Haus im schwimmenden Dorf

Nach einem kurzen Zwischenstopp in unserem Hotel, fuhren wir aufs Land. Wir machten einen Halt bei einer Familie, welche Palmzucker herstellt. Leng erklärte uns alles und wir durften sogar probieren. Wir hatten vorher noch nie Palmzucker gegessen. Es ist sehr lecker und wir mussten aufpassen, dass wir nicht den ganzen Topf leer assen ;-)

Frischer Palmzucker

Nächster Stopp war eine Töpferei. Da die Arbeiterinnen bereits Feierabend hatten, konnten wir nur den Shop am Strassenrand besichtigen. Uns gefielen kleine Gefässe, welche als Teetassen inkl. Teekrug verkauft wurden. Unser netter Fahrer diskutierte mit der Verkäuferin. Sie wollte die Tassen nicht ohne den Krug verkaufen. Leng konnte sie jedoch überzeugen und wir bezahlten KHR 2'000 (50 US Cent) für vier Tassen. Er meinte, dass sei viel zu viel und klaute uns noch ein 5tes Tassli gratis dazu ;-) Normalerweise würden sie den Touristen USD 1 pro Tasse abknöpfen.

Kambodschanerin bei der Herstellung von Tonschalen

Exakt bei Sonnenuntergang standen wir auf den riesigen Reisfeldern. Wir sahen die Feld Arbeiterinnen, welche sich auf den Nachhause-Weg machten und kreuzten mit Heu beladene Ochsenkarren. Pädu und Leng halfen zwei Frauen, deren Anhänger mit Palmenblättern im Sumpf stecken blieb. Sie benötigen die Blätter für das Hausdach. Langsam machten wir uns auf den Weg zurück nach Kampong Chhnang. Leng lud uns beim einzigen Restaurant in der Stadt ab. Wir bedankten uns und genossen ein schmackhaftes Abendessen. Es war ein toller Ausflug, der unsere Erwartungen übertroffen hat!

Abendstimmung auf dem Land

Am nächsten Tag liefen wir am Morgen durch eine Strasse mit traditionellen Stelzenhäusern. Vor fast jedem Haus hatte es einen grünen Garten. Wir sind bereits am Vortag mit dem Tuk Tuk vorbei gefahren. Nun wollten wir noch ein paar Fotos knipsen und uns nochmals die Chili-Beete ansehen. Am Strassenrand hatte es roten Chili, welcher in der Sonne getrocknet wird. Wir lieben Chili :-)
Nach dem Mittagessen stiegen wir in den Bus nach Battambang. Die Fahrt dauerte ca. 4 Stunden. In Battambang checkten wir im Chhaya Hotel ein. Unser günstigstes Zimmer seit unserer Reise, läppische USD 5. Im Internet (tripadvisor) hatten die Touristen von den cooking classes im Restaurant Smokin' Pot geschwärmt. Wir möchten gerne in jedem Land eine cooking class besuchen. Am Abend gingen wir ins Smokin' Pot essen, um uns einen Eindruck zu verschaffen. Das Restaurant war eine kleine grüne Oase mit orangen Regenschirmen als Lampen. Das Ambiente passte uns. Pädu bestellte Amok Fisch und ich ein kambodschanisches rotes Curry mit Fisch. Beide Gerichte wurden mit Reis serviert. Es gab jedoch eine spärliche Portion Amok Fisch, welche auch vom Geschmack her enttäuschend war. Mein Curry war ok, aber auch nichts Besonderes. Auch vom Preis her hätte ich mehr vom Essen erwartet. Wir waren enttäuscht und entschieden uns gegen den Kochkurs.
Am nächsten Tag mieteten wir im Gecko Café ein Moped. Wir erkundeten Battambang und fuhren am Nachmittag zum Bamboo Train. Man fährt mit einem Flachwagen aus Bambus ca. 20 Minuten auf Schienen. Die Strecke führt durch die Natur und über einige Brücken. Wenn eine andere Bambusbahn entgegen kommt, muss eine Partei absteigen und die Bambusbahn räumen, da die Strecke nur einspurig ist. Der Flachwagen wird dann von den jeweiligen Fahrern demontiert und neben die Bahnlinie gelegt. Nachdem der eine Wagen vorbeigefahren ist wird er  von den Fahrern wieder zusammengebaut. Das Ganze dauert nur Sekunden und ist sehr spannend. Wir fuhren zusammen mit einer Amerikanerin, welche als Volunteer drei Monate in Phnom Penh Schulkinder unterrichtet hat. Am "Endbahnhof" gibt es Souvenirstände und Kinder, welche Armbänder verkaufen wollen. Wir plauderten mit der Amerikanerin und bald ging's wieder dieselbe Strecke zurück.

Bamboo-Train

Mit dem Moped fuhren wir weiter zum Phnom Sampeou (Schiffberg). Der Legende nach handelt es sich bei dem Felsen um den zerbrochenen Rumpf eines Schiffes. Vom Parkplatz aus kann man eine steile Leiter hochsteigen zu einem riesigen Buddha-Kopf, der in den Felsen gemeisselt wurde. Von dort aus hat man eine tolle Aussicht über die Umgebung. Danach stiegen wir die Stufen hoch auf den Berg. Oben angekommen, kann man diverse Pagoden besichtigen und die grandiose Aussicht geniessen. Ein Junge führte uns zu den Killing-Caves. Er informierte uns, dass etwa 20'000 Menschen hier von den Roten Khmer ermordet wurden. Die Leichen warfen sie in die Höhlen. Es gab für Männer, Frauen, Kinder und deren Kleider separate Höhlen. In die grösste Höhle führt eine Treppe hinunter. Es sind Knochen und Schädel ausgestellt. Auch sieht man Kleider der Opfer. Es ist ein sehr bedrückender Ort. Wir verliessen die Höhle schnell wieder und gaben dem Jungen einen kleinen Geldschein für die informative Führung in gutem Englisch. Nach dem Abstieg kauften wir uns unten am Berg einen Snack und eine frische Kokosnuss. Mit etlichen anderen Touristen warteten wir auf die Fledermäuse vor der Bat-Cave. Während des Wartens sprachen wir mit einem freundlichen 13jährigen Mädchen. Sie fragte uns, ob wir mit ihr Englisch sprechen. Es war eine nette Unterhaltung und wir sind immer wieder erstaunt wie gut Englisch die Kambodschaner sprechen. Bereits die Kinder lernen fleissig und gehen auf die Touristen zu, um ihr gelerntes Englisch anzuwenden.
Um ca. 17.30h ging's los... Ungefähr 5 Millionen Fledermäuse flogen in einem ununterbrochenen Strahl aus der Höhle. Das Spektakel dauert ca. 1 Stunde bis alle Fledermäuse aus der Höhle sind. Wir haben so etwas noch nie gesehen und waren begeistert! Die Fledermäuse verlassen die Höhle jeden Tag um fast die gleiche Zeit. Sie sind die ganze Nacht unterwegs und jagen Insekten. Früh Morgens kehren sie wieder in die Höhle zurück.

Fledermäuse bei der Bat-Cave (Video)

Nach der Rückgabe des Mopeds kauften wir im Gecko Café die Bustickets nach Siem Reap für den nächsten Tag. Zum Essen gingen wir an den Nachtmarkt. Dort gibt es ein paar Stände mit Töpfen. In jedem Topf ist ein Gericht. Es hatte Gerichte mit Fisch, Huhn oder Schwein. Wir waren die einzigen Touristen und genossen das Essen unter den Einheimischen.
Nach dem Frühstück machten wir uns zu Fuss auf den Weg zum Busbahnhof. Der Typ am Schalter der Sorya Bus-Company sagte uns, dass um 11.00h kein Bus nach Siem Reap fährt. Das stand jedoch auf unserem Ticket. Anscheinend hatte der Typ vom Gecko Café die Abfahrtszeit des Busses nach Phnom Penh aufgeschrieben. Super! Kurzerhand wurden wir auf die Bus-Company Capitol umgebucht, welche um 13.30h noch zwei freie Plätze hatte. Von Sorya fuhr erst am nächsten Tag wieder ein Bus nach Siem Reap. Wir hatten das Glück, dass es im 13.00h-Bus noch freie Plätze hatte. Los ging die 4h-Fahrt nach Siem Reap.

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