Phu Quoc - Insel des Südens

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Die Überfahrt mit der Fähre verlief problemlos bei sonnigem Wetter. Das Meer war zum Glück ruhig und wir benötigten keine Reisetabletten. Im Hafen von Bai Vong wollten wir mit Simon ein Taxi nehmen. Es hatte jedoch einen preiswerten Bus in die Inselhauptstadt Duong Dong. Simon's Homestay war der erste Stopp und unser Homestay der Letzte. Wir wussten im Voraus, dass unser Lam Homestay etwas ausserhalb des Touristenzentrums liegt. Der Bus stoppte dort, wo die Teerstrasse endete. Zu Fuss machten wir uns auf die Suche und wurden fündig. Der freundliche Homestay-Besitzer Lam begrüsste uns in gutem Englisch. Wir bezogen unser für drei Nächte gebuchtes Doppelzimmer.

Unser Zimmer im Lam Homestay

Phu Quoc ist 576 qkm gross und liegt ganz im Südwesten von Vietnam. Vor ein paar Jahren war die Insel noch ein Geheimtipp. Diese Zeiten sind zwar vorbei, doch noch immer lockt das Eiland mit wunderschönen, teils unberührten Stränden, Unterkünften direkt am Strand und undurchdringlichen Urwald im bergigen Hinterland. Ganze Küstenregionen sind nur von Fischern bewohnt. Es gibt auf Phu Quoc den einheimischen Phu Quoc Ridgeback, Vietnams Jagdhund. Besonderheit dieser Rasse ist das Fell auf dem Rücken. Die Haare wachsen entgegengesetzt der normalen Haarwuchsrichtung und sie haben eine blaue Zunge.

Wir mieteten einmal mehr ein Moped und statteten Simon im Lang Cau Homestay einen Überraschungsbesuch ab. Eigentlich wollten wir auch dieses Homestay buchen, da man von dort zu Fuss an den Strand gehen kann. Aber die Standard-Doppelzimmer waren bereits ausgebucht. Simon zeigte uns sein schönes Zimmer aus Holz. Uns gefiel es auf Anhieb. Zu dritt liefen wir an den Strand (Bai Truong, Langer Strand) und assen frischen Fisch direkt am Meer. Das Restaurant war genial. Es hatte nur ein paar kleine Holztischli und Plastikstühle im Sand. Der Tagesfang wurde angepriesen. Simon entschied sich für Red Snapper, Pädu für Barakuda und ich mich für Tintenfisch. Unsere Auswahl wurde gegrillt und mit Reis serviert. Zum köstlichen Essen tranken wir Bia Saigon Green und danach bestellte Pädu noch eine Flasche Reiswein für läppische VND 60'000 (USD 3). Wir staunten nicht schlecht als wir eine 7dl-Flasche erhielten! Nichts von "just a small bottle" wie Pädu voraussagte. Wir waren die letzten Gäste als sich die zwei netten Jungs vom Restaurant verabschiedeten. "Just stay! No problem!" sagten sie und gingen schlafen. Es war ein gemütlicher Abend, den wir sehr genossen.

Abendessen mit Simon

Am nächsten Tag erkundeten wir die Südinsel. Wir fuhren auf der Küstenstrasse nach An Thoi. Pädu trank dort den besten Kaffee von ganz Vietnam. Danach gingen wir am Bai Sao (Sternenstrand) baden. Der Bai Kem (Eiscremestrand) war leider gesperrt. Auf Grund einiger lauter Knalls, glauben wir, dass sie dort etwas Militärisches ausüben. Den kitschigen Sonnenuntergang genossen wir beim Leuchtturm in Duong Dong. Abendessen wollten wir eigentlich mit Simon am Nightmarket. Es war jedoch überfüllt und teuer. Deshalb assen wir in einem Restaurant, welches nicht direkt im Zentrum liegt. Unser letzter Abend mit Simon. Wir fanden die Gesellschaft von dem netten Franzosen sehr angenehm. Er hat dieselben Vorstellungen wie wir betreffend Reisen. Da er leider nur zwei Wochen Zeit hatte, flog er am nächsten Tag weiter. Keep in touch, Simon :-)

Seafood am Nightmarket

Wir machten am Folgetag die Nordinsel unsicher. Über Staubpisten voller Schlaglöcher fuhren wir von einem Strand zum Nächsten. Wir stoppten jeweils um zu baden oder etwas Kühles zu trinken. Gegen Norden sahen wir wie die Einheimischen kleine Fische bearbeiteten und tonnenweise zum Trocknen in die Sonne legten. Dementsprechend war auch der Geruch in der Luft. Die luftgetrockneten Fische werden für die Herstellung von Fischsosse verwendet. Der schönste Strand erwartete uns beim Gio Bien Resort. Wir assen Fisch an Tomatensosse und tranken frische Kokosnussmilch. Pädu fragt immer, ob sie die leere Kokosnuss aufbrechen können. Somit haben wir jeweils auch noch ein Dessert bestehend aus Kokosnussfleisch. Eine frische Kokosnuss ist sehr praktisch, da die Milch nicht warm wird an der Sonne. Und eine grosse Kokosnuss mit Strohhalm löst sofort Feriengefühle aus ;-) Die Weiterfahrt verlief über eine Staubpiste durch dichten Urwald mit einer lauten Geräuschekulisse. Dann erreichten wir die Teerstrasse, welcher wir bis nach Duong Dong folgten. Am Abend war BBQ mit unserer Homestay-family angesagt. Wir halfen beim Grillieren von Rindfleisch und Tintenfisch mit. Lam und seine Frau haben drei Kinder. Die Jüngste ist 9, der Sohn ist 16 und die Tochter 17 Jahre alt. Alle lernen Englisch in der Schule und Lam fördert sie sehr. Wir assen alle (ausser die älteste Tochter) an einem Tisch. Grilliertes Fleisch und Tintenfisch, Poulet-Eintopf, Fisch mit Sosse, Nudelfladen mit Erdnüssen und Koriander, Spinat, Salat, Gurke, Reis und selbstgemachte Chilisossen zum Dippen. Wir füllten uns die Bäuche mit all den Leckereien. Nach einem netten Gespräch mit Lam fielen wir vollgefressen ins Bett.

Lam's Tochter Truc

Wir entschieden uns einige Tage länger auf der Insel zu bleiben. Im Internet buchten wir 5 Nächte im Lang  Cau Homestay. Wir wollten noch etwas Strandnähe geniessen. So verabschiedeten wir uns von Lam und seiner netten Familie und fuhren mit dem Taxi zum anderen Homestay. Man glaubt es kaum, aber wir erhielten genau dasselbe Zimmer, welches Simon hatte. So ein Zufall :-) Nach dem Wäsche waschen, gingen wir zu Fuss an den Strand baden. Abends nahmen wir die Strand-Restaurants in Augenschein. Überall teures Fisch-BBQ, viele Touristen, laute Musik... Wir entschieden uns für unser Lieblingsrestaurant in welchem wir bereits mit Simon schlemmten.

Bai Truong (Long Beach)

In den nächsten Tagen genossen wir die Sonne, den Strand, das ruhige Meer (Golf von Thailand), den frischen Fisch, das kühle Bier, den Sternenhimmel, die nächtlichen Gewitter... Nur einmal mieteten wir ein Moped. Wir fuhren in die Stadt und buchten in einem Reisebüro unsere Weiterreise nach Kambodscha. Danach fuhren wir zum Tranh-Wasserfall. Man musste auf einem Steinweg durch den Urwald zum Wasserfall (2m hoch, hihihi...) wandern. Beim Rückweg besuchten wir noch eine Pfefferfarm und eine Fischsossenfabrik. Endlich fanden wir das Gewürz, welches hier oft zum Fisch serviert wird. Am Strassenrand kauften wir noch Früchte (Drachenfrüchte, Wassermelone, Rambutan, grüne Mango). Wir luden unsere Einkäufe im Homestay ab und fuhren etwas südlich an einen Strand - nur für uns :-) Wir badeten und genossen den Sonnenuntergang.

Pfefferfarm

Die Tage auf Phu Quoc waren sehr schön! Wir haben beim Auskundschaften der Insel viele grosse Baustellen gesehen. Riesige Resorts werden gebaut und zerstören die Idylle dieser tollen Insel. In absehbarer Zukunft wird hier Massentourismus herrschen. Wir sind froh, dass wir Pho Quoc heute erleben durften und werden die Zeit hier in guter Erinnerung behalten.

1 Kommentar :

Ho ist einfach schade, dass alle schönen einsamen Flecke dieser Erde verschwinden! Grüssli Larry miss you!
Dezember 20, 2013 03:37
Alle anschauen von Larry

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