Mekong-Delta

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Das Mekong-Delta ist eines der grössten Deltas der Welt, geformt vom zehntgrössten Fluss unserer Erde. Über 4'500km hat der Mekong aus Tibet kommend schon zurückgelegt, ehe er sich in Kambodscha in zwei grosse Arme teilt: den Oberen Mekong (Song Tien) und den parallel fliessenden Unteren Mekong (Song Hau). Zusammen mit vielen Nebenflüssen und Kanälen formen sie eine einzigartige Landschaft, die oftmals besser auf dem Wasser-, als auf dem Landweg zu bereisen ist. Mit seinem braunen Fluten trägt der Mekong so zu der besonderen Fruchtbarkeit dieser Landschaft bei. Die drei Reisernten im Jahr versorgen nicht nur grosse Teile Vietnams mit dem Grundnahrungsmittel, sondern sichern dem Land auch den zweiten Platz unter den weltgrössten Reis-Exporteuren. Obst und Fisch sind weitere wichtige Produkte der Region.
Als wir am Busbahnhof von Vinh Long ankamen, wurden wir von Nam angesprochen. Er sagte, dass er ein Homestay betreibt und zeigte uns Fotos auf seinem Handy. Zufälligerweise hatte ich bereits auf Tripadvisor von dem Ngoc Sang Homestay gelesen. Nam war sehr freundlich und überhaupt nicht aufdringlich. Die Preise waren fair und alles tönte tiptop. Somit sagten wir zu. Mit dem Moped wurden wir zum Fähranleger chauffiert, wo Nams Bruder auf uns wartete. Dann ging's mit der Fähre auf die im Mekong liegende Insel An Binh. Dort wurden wir von Nams Schwester empfangen. Mit dem Moped fuhren wir zum Homestay. Auf der Insel verkehren keine Autos, nur Mopeds und Fahrräder. Die Insel ist sehr idyllisch mit den vielen Pflanzen und der Mekong schlängelt sich durch das Dickicht.

Abhängen im Homestay

Mit dem Fahrrad erkundeten wir die Insel. Unterwegs trafen wir auf Simon. Ein Franzose, der kurz nach uns im Homestay anreiste. Wir tranken ein Bier zusammen und mussten uns beeilen vor Sonnenuntergang im Homestay zu sein. Unsere Fahrräder hatten kein Licht und auf den schmalen Wegen hatte es keine Beleuchtung. Wir verstanden uns auf Anhieb mit Simon. Um 18.30h gab's Nachtessen, welches alle Touris (Simon, ein älteres Ehepaar aus Frankreich, Typ aus Australien) zusammen geniessten. Es gab frische Frühlingsrollen zum selber basteln mit Fisch. Und was für leckeren Fisch, frisch aus dem Mekong! Danach erhielten wir Poulet mit Sosse, Reis, Gemüsesuppe, frische Früchte. Das Essen war köstlich!

Elefantenohrfisch aus dem Mekong

Am nächsten Tag mussten wir früh aus den Federn, da wir einen Ausflug zum schwimmenden Markt von Cai Be gebucht hatten. Um 6.00h ging's mit dem Boot los. Das Frühstück bestehend aus Baguette, "La vache qui rit" und Banane assen wir (Simon, ein junges Paar aus Frankreich) während der Fahrt. Der schwimmende Markt war eher klein. Am Bug der Schiffe befindet sich eine lange, senkrecht stehende Stange, an deren Spitze ein Beispiel für das jeweilige Obst oder Gemüse befestigt ist. So können sich die Händler orientieren. Weiter besichtigten wir an Land eine Kokosnuss-Bonbonmacherei. Auch wurde uns gezeigt wie man Reispuffer und Sesamfladen herstellt inkl. Degustation. Wir erhielten Tee mit Vietnamesischen Honig und Reiswein zum Probieren. Natürlich konnte man all die Sachen auch kaufen. Bei den Kokosnuss-Bonbons konnte ich mich nicht zurück halten und kaufte eine Packung :-) In einem Bonsai-Garten gab es Früchte und Jasmin-Tee als Zwischenverpflegung. Danach ging's zurück zum Homestay. Den Nachmittag verbrachten wir gemütlich in der Hängematte. Das Nachtessen war einmal mehr schmackhaft und grosszügig. Ich durfte sogar beim Zubereiten der Pancakes mit Shrimps mithelfen. Yammy!

Hier werden Reispuffer gemacht...

Am Folgetag machten wir uns nach dem Frühstück auf die Weiterreise nach Can Tho. Simon war bereits abgereist und hinterlies uns eine Nachricht und seine Mailadresse, damit wir uns in Can Tho wieder treffen. Von Nam erhielten wir den Tipp im Hien Guesthouse zu nächtigen. Dieses wird von seiner Schwester und deren Familie geführt. Wir folgten seiner Empfehlung. Can Tho ist die grösste und wichtigste Stadt des Mekong-Deltas. Während der französischen Kolonialherrschaft entwickelte sich die Stadt zu einem Zentrum des Reis-Exports. Zu Zeiten des amerikanischen Krieges waren hier Tausende US-Soldaten stationiert, die nach ihrem Abzug eine sehr grosse Anzahl vaterloser Mischlingskinder zurückliessen.
Am Abend verabredeten wir uns mit Simon. Wir gingen einen Hot Pot mit Entenfleisch (Lau Vit) essen. Das Restaurant war voll mit Einheimischen. Man brachte uns unter anderem auch Eier. Da wir nicht wussten, was wir damit anfangen sollen, fragten wir nach. Der Kellner schüttelte das Ei und kippte den Inhalt in unseren Topf. Unsere Blicke sprachen Bände... Zum Vorschein kam ein halb entwickeltes Küken! Igitt, so was Hässliches hatten wir noch nie gesehen! Uns verging sofort der Appetit! Wir machten dumme Sprüche und sogar Simon, der sich viel gewohnt ist, brachte keinen Bissen mehr runter! So beendeten wir den Abend mit einem weiteren schmackhaften Bier...

Halb ausgebrütetes Ei - Igitt!

Am nächsten Morgen fuhren wir um 5.30h mit dem Boot zum schwimmenden Markt von Cai Rang. Pädu und ich hatten ein Boot nur für uns. Der Markt war bereits sehr geschäftig. Wir assen zum Frühstück eine Pho Ga (Nudelsuppe mit Poulet) auf unserem Boot und knipsten danach viele Fotos. Nachdem uns an Land die Herstellung von Reisnudeln gezeigt wurde, fuhren wir mit dem Boot durch einen schmalen Seitenkanal zurück nach Can Tho. Unsere Bootsfrau manövrierte unser Boot gekonnt durch das Dickicht. Wir waren die einzigen Touris, welche diesen Rückweg fuhren. Trotz Regen genossen wir die einsame Fahrt sehr. Das Boot hatte sogar ein Regendach, was uns vor dem Nass schützte. Es war ein toller Ausflug. Abends trafen wir uns mit Simon und assen zusammen im Restaurant Hop Pho leckere Vietnamesische Gerichte.

Nudelsuppe zum Frühstück auf dem schwimmenden Markt von Cai Rang

Er organisierte für den nächsten Tag die Weiterreise nach Phu Quoc, welcher wir uns anschlossen. Wir fuhren Morgens mit dem Bus durch's Mekong-Delta bis Rach Gia. Von dort ging's mit der Fähre (Superdong) in 2,30h auf die grösste Insel von Vietnam - nach Phu Quoc.
Wir genossen die Tage im Mekong-Delta sehr. Wir trafen nette Leute, assen köstlichen Fisch, genossen die schwimmenden Märkte und fuhren das erste Mal Fahrrad in Vietnam.

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