Ho-Chi-Minh-City (HCMC) / Sai Gon

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Ho-Chi-Minh-City zieht seit Anfang der 90er-Jahre wieder Besucher aus aller Welt an. Es sind die Gegensätze, die die Metropole prägen: verräucherte Tempel und glitzernde Einkaufszentren, Tai Chi im Park und der ununterbrochene Verkehrsstrom, bedrückende Kriegsmuseen und ein neongeschminktes Nachtleben, Essen am Strassenrand oder in internationalen Gourmet-Tempel.
Good to know: Ho-Chi-Minh-City ist seit 1975 die offizielle Bezeichnung für den gesamten urbanen Grossraum inklusive der Vorstädte. Die Stadt selbst ist in 17 Distrikte unterteilt. Distrikt Nummer 1, die Innenstadt, heisst offiziell weiterhin Sai Gon. Distrikt Nummer 5 heisst Cho Lon (Chinatown).
Unser Bus hielt im Backpacker-Viertel. Somit konnten wir zu Fuss unser Hotel aufsuchen. Nach dem Check-in im Thanh room for rent an der bekannten Bui Vien-Street schlenderten wir etwas durch die nähere Umgebung. Leider gibt es nicht an jeder Strassenecke ein Bia Hoi - wie in Hanoi. Aber wir fanden Eines in der Nähe unseres Hotelzimmers. Abends ist das Bia Hoi und auch alle anderen Bars und Restaurants in der Bui Vien-Street total überfüllt von Touristen und ein paar Einheimischen. Die Bui Vien-Street ist eine typische Touristenstrasse. Überall Restaurants, die westlichen Food anpreisen. Pizza, Pasta, Burger, Pommes, Lasagne, sogar Ravioli etc. Man kann keinen Meter gehen ohne von jemanden angesprochen zu werden. Please, come in. Look at the menu. Massage. Book a tour. Have a look. Buy from me. You wanna rent motorbike. Happy hour! etc. Einmal haben wir uns über die angepriesene Happy hour informiert und haben uns draussen hingesetzt. Es war jedoch alles nur Abzockerei. Auf der Getränkekarte stand, dass man 2 (überteuerte) Drinks kaufen muss, damit der 3. Drink (nur 3 zur Auswahl) gratis ist. Dies wurde uns jedoch nicht so gesagt. Wir standen auf und gingen. Auch die meisten Restaurants sind teuer und servieren westliches Essen und ev. noch ein paar Gerichte local-food. Aber den anderen Touris schien es zu passen...

Arschloch-Tourist (man beachte die Mittelfinger...)

Shopping :-) Es gibt in Sai Gon den Ben Thanh-Markt. Das Paradies für Souvenirjäger. Man muss auf jeden Fall den Preis aushandeln! Ich fragte nach dem Preis eines Seidenschals. Ich hatte bereits in Hanoi einige genau gleiche Schals gekauft und kannte den Preis von VND 80. Der Typ wollte VND 350! Mit Handeln brachte ich den Preis auf VND 100, mehr ging nicht. Ich kaufte den Schal nicht. Wieso sollte ich in Sai Gon mehr bezahlen für genau dasselbe Produkt?!
Wir besuchten das Kriegsrelikte-Museum, welches kurz nach Kriegsende im September 1975 eröffnet wurde. Auf dem Aussengelände befinden sich Panzer, Flugzeuge, Hubschrauber, Bomben und anderer Kriegsschrott. Innen verdeutlichen drastische Fotos die Brutalität der Auseinandersetzungen. Folter- und Napalm-Opfer, von Agent Orange deformierte Babys, zerstückelte Leichen. Es werden auch Fotos von Anti-Kriegs-Demonstrationen auf der ganzen Welt gezeigt. Ein eigener Raum ist den Fotos von in Vietnam gestorbenen Kriegsreportern gewidmet. Mich hat noch nie ein Museum so sehr bedrückt wie dieses. Diese Bilder, welche die Brutalität des Krieges zeigen, haben verschiedene Gefühle hervorgerufen. Traurigkeit, Mitleid, Agressionen, Bedrücktheit, Unverständnis und und und. Ich kann es kaum in Worte fassen...

Plakat im Kriegsrelikte-Museum

Mit dem Stadtbus fuhren wir nach Cho Lon (Chinatown). Wir kauften Essstäbchen aus Kokosnussholz, assen Bun Bo Hue und frische Frühlingsrollen am grossen Binh Tay-Markt. Die Preise sind günstig und man wird nicht von allen Seiten bedrängt wie am Ben Thanh-Markt. Klar, es hat weniger Souvenirs, aber uns hat der Markt trotzdem gefallen. Auch besichtigten wir drei Pagoden und den kleineren Kim Bien-Markt. Es ist jedoch nicht ein typisches Chinatown. Manche Läden sind in Vietnamesisch und Chinesisch angeschrieben und es hat chinesische Restaurants. Aber das Chinatown-feeling fehlte.

Wer findet die Verkäuferin?

Wir verlängerten um zwei Nächte, da wir am Montag auf die kambodschanische Botschaft wollten, betreffend Visa. Nach einem langen Spaziergang zur Botschaft wurde uns gesagt, dass diese die nächsten Tage geschlossen sei (holidays). Toll! Wir wollten anfragen, ob wir ein 2-Monate Visa erhalten. Beim Grenzübergang erhält man anscheinend nur das 1-Monat Touristenvisa. Man kann dieses jedoch umständlich in Phnom Penh um 1 Monat verlängern. Schauen wir mal. Die benötigten Passfotos haben wir in Sai Gon in einem Fotoshop gemacht :-) 8 tolle hochglanz Passfotos beim Fotografen für CHF 1.95! Ein paar VND haben wir auch bereits in Kambodschanische Riel und USD (für Visa) gewechselt.

Fotos für Visa

Mit den gesammelten Souvenirs unserer bisherigen Reise gingen wir zur Hauptpost, ein altes Kolonialgebäude. Wir mussten Papierkram ausfüllen, jeden Gegenstand auf einem Formular aufführen. Der Postangestellte kontrollierte die Artikel und machte ein Paket, welches er mit einer Unmenge Klebestreifen zuklebte. Das Paket wog 3,6kg und kostete uns VND 583'000 = CHF 25, Versand per Schiff. Wir sind gespannt, ob und wann unser Paket in der Schweiz eintrifft.

Unsere Souvenirs werden verpackt und in die Schweiz verschickt (per Schiff)

Wettertechnisch war es immer heiss und schwül in Sai Gon. An unserem zweiten Tag regnete es ein paar Stunden am Nachmittag und einmal zog ein Gewitter vorbei. Ansonsten schien die Sonne. Ohne AC (Klimaanlage) hätten wir wohl keinen Schlaf gefunden.
Wir besichtigten in diesen knapp 6 Tagen Sai Gon auch noch folgende Sehenswürdigkeiten: Thai Binh-Markt, Wiedervereinigungspalast, Notre Dame-Kathedrale, Stadttheater, Tran Hung Dao-Statue, Song Sai Gon (Fluss), Bitexco Financial Tower, Sri Mariamman-Hindutempel, Tan Dinh-Kirche, Le Van Tam-Park, Hard Rock-Café...

Tam Son Hoi Quan-Pagode in Cho Lon

Unsere Vorahnung hat sich bestätigt. Uns gefällt Hanoi viiiiel besser!!! :-) Die Hauptstadt Vietnams hat so viel Charme mit der lebendigen Altstadt und dem friedlichen Ufer des Hoan-Kiem-Sees. Die vielen Garküchen und Bia Hoi haben uns in HCMC gefehlt. Hanoi <3 Same same but different :-D
Mit dem Bus geht's nun weiter ins Mekong-Delta. Unser erster Stopp ist Vinh Long.

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