Touristen in Vietnam

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Während unserer Reisen, ist es auch immer wieder spannend die anderen Touristen zu beobachten. Jeder ist ein bisschen anders unterwegs. Ob Pärchen, Backpacker, Pauschal- oder Gruppenreisende. Alles ist vertreten. Je nach Land trifft man mehr oder weniger. Jeder soll so unterwegs sein, wie es ihm am Besten gefällt.
Reisen ist etwas Grossartiges. Man kann andere Kulturen und ihre Bräuche kennenlernen, andere Länder kulinarisch erleben, sammelt wichtige Erfahrungen und kann seinen Horizont erweitern. Jedoch fragen wir uns sehr häufig, was die Ziele anderer Touristen sind?!
Viele wollen sich gar nicht mit dem bereisten Land auseinandersetzen. Sei es nun kulturell oder kulinarisch. Es ist ihnen wichtig, dass sie denselben Standard (Unterkunft, Essen,...) wie zu Hause erhalten. Alles muss durchgeplant sein und natürlich von einem Guide, der die jeweilige Landessprache spricht, begleitet werden. Dies mag am knappen Zeitplan liegen. Wir haben jedoch den Verdacht, dass sie einfach zu bequem sind. Da erstaunt es nicht, dass für irgendwelche Touren horrende Preise gezahlt werden. Ein gutes Beispiel davon sind die Da Lat-Easy Rider und ihre Abkömmlinge, die den Touristen das Geld aus den Taschen ziehen, wie wir es in unserem Blogpost beschrieben haben.

Tourist voll konzentriert

Mit dem Essen ist das ja auch so eine Sache. Die Meisten sind ja extrem heikel und skeptisch. "Das sind ja eh alles nur komische Sachen, was die Asiaten hier essen!". Vielleicht ein Hauptgrund warum hier überall Pizza, Pasta und Burger-Restaurants aus dem Boden spriessen. Das wiederspiegelt sich natürlich an ihren Bäuchen. Manche kommen kaum noch aus der Türe ihres riesigen Tour-Busses heraus. Auch ein Vorrat an Keksen und Chips sind immer dabei. "Man stelle sich vor, es könnte ja ein kleiner Hunger aufkommen!". So kommt es, dass man (Franzose) eine typische "Pho"-Verkäuferin (vietnamesische Nudelsuppe) am Strassenrand fragt, ob sie denn noch andere Gerichte habe? Klar, die Pommes hat sie in der Hosentasche und die Pizza unter dem Hut... ;-)

Amerikanische Reisegruppe

Wir finden dies sehr Schade. Die vietnamesische Küche ist sehr gesund und abwechslungsreich. Es ist für Jeden was dabei. Man muss nur den Mut haben, etwas Neues zu probieren. So erging es uns mit den Bambusmaden, welche wir in Sa Pa zum Frühstück serviert bekamen. Es war ungewohnt für uns, aber wir probierten und es schmeckte tatsächlich lecker.

Es ist interessant, dass man nach einer gewissen Zeit, viele Touristen ihrem Ursprungsland zuordnen kann. Die Auffälligsten möchte ich euch nicht vorenthalten:

  • Die Franzosen: Zahlreich vertreten! Und warum? Ist ja klar, Vietnam war mal eine Kolonie von Frankreich. Deshalb nimmt man logischerweise an, dass hier alle Französisch sprechen! Sie haben sowieso das Gefühl Alles drehe sich um "la grande nation"! Dies ist wohl einer der Gründe, dass man les bleus bereits von Weitem erkennt, da sie mit ihrer Nase immer himmelwärts unterwegs sind.
  • Die Chinesen und Japaner: Sie sind immer in grossen Gruppen anzutreffen. Normalerweise mit Guide an der Spitze, der mit einem Fähnchen wedelt. Es kommt auch vor, dass der Guide sogar mit Mikrofon und Boxen ausgestattet ist und die ganze Gruppe inkl. seiner Umgebung unterhält. Die Chinesen und Japaner sehen ihre Umwelt die meiste Zeit durch die Kameralinse. Es ist ja nicht wichtig beim Reisen etwas zu erleben, sondern möglichst viele Fotos zu schiessen, mit welchen man dann die Zuhause-Gebliebenen beeindrucken kann.
  • Die Osteuropäer: Auch sie sind häufig in grösseren Gruppen unterwegs. Sie sind meistens die Lautesten. Je grösser die Gruppe, desto lauter. Je später der Abend, desto höher der Alkoholpegel.
  • Die (neureichen) Russen: Sie sind enorm unfreundlich und arrogant. Wo sie sind, müssen sich Alle nach ihnen richten. Die Männer haben oftmals dicke Bäuche. Die Frauen sind meist spindeldürr, mit Silikon aufgemöbelt und nur spärlich bekleidet. Auch bei Tempelanlagen, wo es explizit vermerkt ist, fühlen sie sich nicht genötigt, ein dezenteres Outfit anzuziehen. Wenn die Russen ein Reiseziel für sich entdeckt haben, nehmen sie es für sich ein. In Nha Trang fühlt man sich fast wie in Russland. Etwas weniger schlimm ist es in Mui Né. Jedoch auch hier sind fast alle Läden und Speisekarten auf Russisch angeschrieben. Eines Abends in einem Restaurant in Mui Né waren wir einmal mehr verdutzt. Mit Mühe versuchten wir mit der Kellnerin zu kommunizieren, da sie fast kein Englisch sprach und unser Vietnamesisch nicht ausreichte. Kurz darauf kamen ein paar Russen ins Restaurant. Sie sprachen auf Anhieb Russisch mit der Kellnerin. Diese verstand ohne Probleme und gab sogar in fliessendem Russisch Antwort. Wie schräg ist das denn?! Die Russen werden hier in Vietnam fast ausschliesslich von einem Tour-Organisator bedient. Wenn Ihr also einen Bus oder Reisecar mit "Pegas Touristik" beschriftet sieht, kann ich euch nur eins empfehlen: Flieht, so schnell ihr könnt!
Russen ohne Ende
Grosse Reisegruppe unterwegs auf Cyclos

Klar, kann man nicht Alle in denselben Topf werfen...  Wir haben auch einige nette Leute getroffen und möchten diese Kontakte nicht missen :-) Wir finden jedoch, dass sich etliche Klischees bestätigen. Sehr wahrscheinlich sind dies auch die Auswirkungen unserer Konsumgesellschaft...

And the most important thing... We are not tourists... :-D
@Dorota&Michal from Warsaw

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