Da Lat - südliches Hochland

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Nach einer 20-stündigen-Reise kamen wir müde im südlichen Hochland an. Da Lat liegt auf 1'500 m. Fast 1 Million Vietnamesen besuchen jährlich die Blumenstadt, um die Kühle der Berge zu geniessen. Auch gilt Da Lat als beste Action-Sport-Destination von Vietnam.

Bereits bei unserer Ankunft in Da Lat wurden wir von zwei Typen angesprochen. Sie wollten uns mit ihren Motorrädern für nur 20'000 VND (1 USD) zu unserem Hotel fahren und uns etwas über die Umgebung erzählen. Schon klar, dass da noch andere Absichten dahinter steckten. Wir willigten trotzdem ein. Nach der Ankunft in unserem Hotel nahm Viet schnell einige Unterlagen hervor und erklärte uns, was es in Da Lat und Umgebung zu sehen gibt. Viet stellte sich als Da Lat Easy Rider vor. Das ist eine Gruppe von erfahrenen Motorradfahrern, die Touren für Touristen rund um Da Lat anbieten. Sie sprechen sehr gut Englisch und besitzen zuverlässige Motorräder. Da man in Vietnam als Ausländer eigentlich kein Motorrad fahren darf, bieten diese Jungs den Touristen eine Alternative. Auf dem Rücksitz eines Motorrads kann man die Umgebung am intensivsten geniessen, lautet ihr Werbeslogan. Durch ihre Erfahrung und die guten Englischkenntnisse können sie den Touristen die Umgebung auf besondere Weise näherbringen und mit den Einheimischen bestens kommunizieren. Jedoch gibt es seit einiger Zeit verschiedene andere Fahrer und Gruppen, welche sich als Easy Rider ausgeben. Wir haben während unseres Aufenthalts in Vietnam viel über diese Easy Rider gehört. Viele sagten uns, es sei ein unvergessliches Erlebnis. Soweit so gut. Auch die Ausführungen unseres vermeidlichen Easy Rider tönten vielversprechend. Durch gezieltes Nachfragen stellte sich jedoch schnell heraus, dass Viet nicht zu den richtigen Easy Rider gehört. Seine Preisvorstellungen waren hoch. Tagestouren gibt's ab 30 USD und Mehrtagestouren ab 60 USD. Die Preise verstehen sich pro Tag und pro Person! Für vietnamesische Verhältnisse sind das krasse Preise! Wir sagten Viet, dass wir sein Angebot überdenken. Letztendlich entschieden wir uns gegen eine Tour und erkundeten die Gegend auf eigene Faust. Viet und seinem Kumpel sagten wir am nächsten Tag ab.

Das Wetter an unserem ersten Tag war regnerisch und kühl. Dazu kam, dass Pädu krank war. Kann sein, dass mein Chäfer zu ihm gehüpft ist. Somit verbrachten wir einen Tag in unserem sauberen komfortablen Hotelzimmer. Am nächsten Tag begrüsste uns blauer Himmel und Sonnenschein. Pädu ging's wieder besser und wir mieteten für die nächsten drei Tage ein Moped, um die sehenswerte Umgebung von Da Lat zu erkunden. Wir sahen verschiedene Wasserfälle, schöne Pagoden, einen riesigen goldenen Buddha, den ältesten Bahnhof von Vietnam, genossen die Aussicht vom Lang Bian-Berg, assen Pho Bo am idyllischen Tuyen Lam-See, besuchten die Huong Coan Silk Factory (Seidenproduktion) und das Thien Vien Truc Lam-Kloster. Dies ist eines von sieben zen-buddhistischen Meditationszentren in Vietnam.

Goldener Buddha

Am Sonntag waren wir im Tal der Liebe :-D Es hatte viele Vietnamesen und war total kitschig. Viele Pärchen hatten ihren eigenen Fotografen dabei. Man kann Kutsche fahren, Ponyreiten, auf dem Seufzer-See Schwanen-Tretboot fahren und tausend Fotos vor herzförmigen Motiven oder farbigen Blumen knipsen. Ich fand es amüsant die verliebten einheimischen Pärchen beim Foto-Shooting zu beobachten.

No comment!

Wir hörten, dass in Da Lat weasel coffee oder Ca Phe Chon (bekannt unter dem Namen Kopi Luwak) angebaut wird. Dies ist der teuerste Kaffee der Welt, welcher nur in Da Lat, Indonesien und den Philippinen angebaut wird. Das Spezielle an diesem Kaffee ist, dass die reifen Kaffeebohnen von Schleichkatzen gefressen und verdaut werden. Die Exkremente werden feinsäuberlich gereinigt, getrocknet und anschliessend geröstet. Die Kaffeebohnen werden im Verdauungstrakt der Tiere fermentiert. Qualitativ soll die vietnamesische Variante dem originalen Kopi Luwak in nichts nachstehen. Nach einem köstlichen Abendessen bestellte Pädu weasel coffee. 2 Tassen kosteten USD 10. In Vietnam ist der Kaffee bezahlbar - für uns. Der Exportierte wird im Ausland teuer verkauft. Mit einer speziellen Brühvorrichtung wird der Kaffee zubereitet. Durch das mehrmalige Aufbrühen des Kaffees soll der Geschmack zusätzlich optimiert werden. Die Präsentation kommt dabei auch nicht zu kurz. Die Zubereitung und das Geschmackserlebnis war wirklich sehr interessant. Wir würden den weasel coffee als sehr mild, erdig und leicht schokoladig beschreiben. Für Pädu, als Kaffeefan, war es natürlich ein Muss, diesen besonderen Kaffee zu probieren. Chanti genehmigte sich auch einen Schluck, obwohl sie keine grosse Kaffeetrinkerin ist. Wir bevorzugen jedoch eindeutig den Vietnamesischen Kaffee :-) Am Folgetag besichtigten wir noch die weasel coffee-Farm.

Weasel-Coffee

In Da Lat City besuchten wir das Crazy House. Der in Beton gegossene (Alp-)Traum eines jeden Architektur-Interessierten. Das Ganze wirkt wie die Kulisse eines Fantasy-Films. Sehr speziell, aber trotzdem irgendwie cool ;-)

Eingang vom "Crazyhouse"

Per Zufall fuhren wir an einem grossen Einkaufszentrum vorbei. Das Erste, das wir in Vietnam sahen. Somit mussten wir uns einen Eindruck verschaffen. Es hatte viele verschiedene Läden und einen grossen Supermarkt. Hier kaufen wohl nur die reichen Vietnamesen ein. Bald hatten wir genug vom Gedränge und schwangen uns wieder aufs Moped.

Moped-Parkplatz beim Supermarkt in Da Lat

Während unserer Sightseeing-Touren konnten wir die Easy Rider von anderen Touristen beobachten. Ihre Erklärungen waren sehr spärlich. Bei den Sehenswürdigkeiten gönnten sich die Easy Rider jeweils eine Kaffeepause während die Touris den Tempel oder was auch immer besichtigten. Alle Sehenswürdigkeiten waren einfach zu finden und der Eintritt war teilweise sogar gratis oder billig. Bei der Silk Factory und der weasel coffee-Farm bekamen wir einen Guide zur Verfügung gestellt. Kurz zusammen gerechnet haben wir um die 300 USD gespart. Die Preise der Easy Rider sind total übertrieben.

Da Lat hat uns sehr gut gefallen! Die Freiheit auf dem Moped zu geniessen, ist einfach genial.

Wir entschieden uns mit dem Bus nach Mui Né an die Südküste zu fahren und noch nicht nach Ho-Chi-Minh...

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