Unterwegs im hohen Norden

Main Image

Nach knapp 6h Busfahrt kamen wir am südlichen Busbahnhof von Ha Giang an. Ha Giang ist die nördlichste Provinzhauptstadt des Landes. Kaum angehalten, stürmten die Taxifahrer den Bus. Wir gingen jedoch zu Fuss auf Hotelsuche. Im Huy Hoan Hotel fanden wir eine Bleibe für eine Nacht. Wir organisierten übers Hotel ein Moped und das Permit (Bewilligung). Dies ist gar nicht so einfach, wenn niemand Englisch spricht und wir nicht Vietnamesisch. Um weiter in den Norden zu reisen, benötigt man eine Bewilligung. Diese kann übers Immigrationsbüro oder direkt im Hotel ausgestellt werden. Am Abend assen wir leckeren Barbecue-Streetfood und gingen bei Zeiten schlafen.

Nach der Moped-Übergabe fuhren wir mit Tagesrucksack bepackt Richtung Dong Van. Je weiter wir in die Berge gelangten, desto frischer wurde es. Nach 6h Mopedfahren kamen wir im 1'800m hoch gelegenen Dong Van an und fanden ein Hotelzimmer. Dummerweise hatten wir nicht überlegt, dass es kühl sein könnte. Unsere Windjacken liessen wir in Ha Giang. Das Wetter meinte es nicht gut mit uns. Die folgenden zwei Tage war Regen angesagt. Erst am Samstag konnten wir mit dem Moped zum Flaggenmast Cot Co Lung Cu, der nördlichste Zipfel von Vietnam, fahren. In Lung Cu nieselte es immer noch und war bewölkt und kühl. Wir waren froh um unsere gekauften Ponchos - auch wenn wir damit so richtig doof aussahen. Dann fuhren wir die berühmte Strasse von Dong Van nach Meo Vac. Gemäss Reiseführer ist dies eine der schönsten Strecken weltweit. Wir waren wirklich überwältigt trotz dem Wolkenhimmel. Die Nacht verbrachten wir in Yen Minh und am nächsten Tag fuhren wir zurück nach Ha Giang und gaben das Moped retour. Am Abend beim Bier trinken lernten wir eine Gruppe nette, junge Vietnamesen kennen. Mit den Mädels zogen wir noch weiter in ein cooles Kaffee. Auch wenn nur ein Mädel Englisch sprach, verbrachten wir einen lustigen Abend.  Sie halfen uns beim Organisieren unserer Weiterfahrt nach Cao Bang.

Im Bia Hoi mit Luyen

Am nächsten Tag wurden wir vor dem Hotel aufgegabelt und zum Bus chauffiert. Da es keinen direkten Bus nach Cao Bang gibt, übernachteten wir im einzigen Hotel in Bao Lam. Uns hat dieses Dorf gut gefallen. Es war für vietnamesische Verhältnisse ruhig, not so busy ;-) Da wir früh ankamen und gutes WiFi hatten, füllten wir noch die Steuererklärung aus. Da wir in der Schweiz abgemeldet sind, müssen wir diese bereits abgeben.

Am nächsten Morgen mussten wir um 4.00h!!! aufstehen, da unser Bus um 5.00h los fuhr. Die Fahrt nach Cao Bang dauerte 6h. Mit Hilfe des Internets fanden wir den Weg vom Busbahnhof zu den Hotels ohne Probleme. Wir machen uns meistens im Internet/Reiseführer schlau bevor wir in einem Dorf oder einer Stadt ankommen. Es vereinfacht die Suche nach einer Übernachtungsgelegenheit. Das Hotel Huong Sen passte uns vom Standort, Zimmer und Preis her. Am nächsten Tag hiess es wieder früh Morgens raus aus den Federn. Wir gingen an den Busbahnhof, um einen Bus nach Ban Gioc zu suchen. Wir fanden eine Klapperkiste, welche uns bis zum Wasserfall mitnahm. Der Ban-Gioc-Wasserfall donnert über die chinesische Grenze nach Vietnam. Auf der vietnamesischen Seite hatte es nur ein paar einheimische Touris und wir zwei auffälligen Schwiiizer ;-) Es war witzig die chinesischen Touris am anderen Ufer des Flusses zu beobachten. Manche liessen sich mit einem Floss vor den Wasserfall bringen. Doch hatten diese fast mehr Freude an uns als am Wasserfall! Hello, lachen, winken und knipps... :-D

Bian Gioc Wasserfall

Wir blieben einen Tag länger in Cao Bang, um Bürokram zu erledigen. Wir mussten unbedingt noch auf die Post zwei Briefe absenden. Es gab ein Missverständnis beim Preis für den Express-Versand. Einen Brief per Express in die Schweiz zu verschicken kostet stolze CHF 40.00. Wir entschieden uns dagegen. Mal schauen, ob und wann die Briefe bei der Steuerverwaltung ankommen.

Mit dem Bus fuhren wir weiter nach Phou Thong, wo wir auf den Bus nach Cho Ra umsteigen mussten. Der Buschauffeur nahm sich die Mühe und zeichnete uns auf, dass wir in Cho Ra ein Moped nehmen müssen, um in den Ba Be Nationalpark zu gelangen. Es waren zwei Mopedfahrer zur Stelle, welche uns ihr Handy ans Ohr drückten. Der englisch-sprechende Mr. Tru war am anderen Ende der Leitung. Dieser betreibt ein Guesthouse am Parkeingang und ist auch Tourguide. Wir schwangen uns samt Tramper und kleines Handgepäck hinten aufs Moped. Die 16km waren schnell zurückgelegt. Mr. Tru begrüsste uns freundlich und es wurde Tee offeriert. Er gab uns diverse Infos und zeigte uns das Zimmer. Wir blieben und entschieden uns für eine 2-Tagestour (Boot fahren auf dem See, Wanderung und homestay). Wir mieteten ein Moped und fuhren am Ba Be-See entlang zum Silk Wasserfall. Vor Sonnenuntergang waren wir wieder im Guesthouse. Während unserem kurzen Ausflug diskutierten wir nochmals über die 2-Tagestour. Wir fanden diese total überteuert. Auch das Essen im Guesthouse ist im Vergleich viel zu teuer. Aber man hat hier leider nicht die Möglichkeit auswärts zu essen. Ausser man mietet extra ein Moped, was dann auch wieder mit Kosten verbunden ist. Wir entschieden uns schlussendlich gegen die 2-Tagestour und machten einen Tagesausflug mit einem Boot, welchen wir noch etwas runter handeln konnten. Die Preise im Ba Be Nationalpark sind sehr überteuert. Auch der Nationalpark hat uns nicht aus den Socken gehauen. Wir hatten schönes Wetter, einen gut gelaunten Bootsfahrer und die Natur ist üppig und grün. Aber am Ufer hat es überall Abfall. Es gibt diverse Dörfer im Park, welche Abfall produzieren und dieser zerstört die Natur. Für mich ist dies kein "richtiger" Nationalpark. Abfall, Landwirtschaft, Dörfer, Nutztiere, Strassenbau etc. Aber trotz allem hatte es schöne Flecken, welche sehr idyllisch wirkten. Am späteren Nachmittag kehrten wir zurück. Das Nachtessen war gar nicht lecker. Es wurden kalte Pommes, ölige Zwiebeln mit Poulet, fettiger Speck, Omelette (zum 3. Mal an diesem Tag!) und Reis serviert. Bereits beim Frühstück gab's Omelette und "Chätschgummi"-Baguette. Unser erstes Brot in Vietnam. Wir hätten lieber einheimisches Essen gehabt. Unser Magen hat sich daran gewöhnt nicht mehr "mastig", fettig und ölig zu essen. Das leichte immer frisch zubereitete Vietnamesische Essen ist lecker, preiswert und tut uns gut. Aber ich denke, dass in den Guesthouses meistens solcher Food aufgetischt wird, da viele Touris dies wünschen. Ich finde das sehr schade und bin froh, wenn wir wieder auf der Strasse local food geniessen können. Wenn wir in Zukunft in einem Guesthouse übernachten, teilen wir vorher mit, dass wir gerne lokales Essen möchten. Man lernt immer wieder dazu ;-)

Ein Boot für uns alleine

Nun geht's über Hanoi Richtung Zentral- und Südvietnam. Da wir so angetan sind von Hanoi werden wir vielleicht einen längeren Zwischenstopp als nötig dort einlegen :-) Wir sind nun genau einen Monat unterwegs und haben bereits viel erlebt. Nordvietnam ist auf jeden Fall eine Reise wert!

1 Kommentar :

Wau, bin gespannt wohin als nächstes reisen werdt! Und schön, dass es euch sooo gut gefällt! Mit der abgegebenen Steuererklärung seit ihr nun definitiv 'frei'! Take care, Di 3 Grabers
Oktober 29, 2013 02:05

Kommentar abgeben