bei den Bergvölkern

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Mit dem Nachtzug fuhren wir in ca. 9h von Hanoi nach Lao Cai (Grenzstadt zu China).  Morgens in aller Früh kamen wir an. Mit dem Minibus dauerte die Fahrt noch ca. 1h bis ins kleine Bergstädtchen Sa Pa, welches eines der kältesten Dörfer von Vietnam ist. Die Sehenswürdigkeit von Sa Pa ist die Umgebung, aus der der Fan Si Pan hervorragt. Mit 3'142m der höchste Berg des Landes. Es kommt sogar vor, dass in Sa Pa Schnee fällt. Unsere Unterkunft buchten wir bereits im Voraus (Internet, Hanoi). Gemäss Reiseführer wird dies in der Hochsaison und am Wochenende empfohlen. Sa Pa zählt wie Hanoi und die Halong Bay zum Pflichtprogramm einer Nordvietnam-Reise. Glücklicherweise blieb die Masse aus im Touristenmagnet Sa Pa. Zwar hat das Städtchen ab diesem Boom seinen hinterwäldlerischen Charme verloren, doch die umliegende Landschaft mit ihren Bergen, Wasserfällen, Reisterrassen und Bergdörfern der ethnischen Minderheiten macht das mehr als wett.

Sa Pa

Wir besuchten den Markt, das Herz von Sa Pa. In der Umgebung wohnen hauptsächlich Schwarze Hmong und Rote Dao, welche am Markt hübsche Erzeugnisse ihrer Dörfer anbieten. Wir trafen dann auch Mu, eine aufgestellte 24jährige Schwarze Hmong. Am Tag darauf verabredeten wir uns um 8.00h vor unserem Hotel mit Mu. Wir machten einen homestay (Übernachtung bei einer Familie der ethnischen Minderheiten). Man kann dies auch überall über die Hotels oder Reisebüros buchen, was jedoch viel kostet und man ist dann in einer Touristengruppe unterwegs. Ausser man bucht eine Privattour,was nochmals mehr kostet. Wir mögen es lieber authentischer. Mit Mu, ihrem 1jährigen Sohn, Si (Schwägerin von Mu) und dessen Baby machten wir uns auf den Weg in ihr Bergdorf Hau Thao. Doch zuerst assen wir noch eine Pho-Suppe zum Frühstück. Nach einer 3stündigen Wanderung bei schönstem Wetter durch Bambuswälder, vorbei an Reisterrassen kamen wir in Mu's Haus an. Mu, ihr Mann und die 3 Kinder besitzen ein schönes Holzhaus mit viel Umschwung. Wir assen mit Mu's und Si's Familie Mittagessen. Jeder erhält sein eigenes Schäli Reis, die anderen Schäli werden in die Mitte des Tischs gestellt und jeder kann sich bedienen. Nach ein paar Glesli Reiswein machten Pädu und ich einen Spaziergang. Wir genossen die imposante Aussicht auf die umliegenden Berge, Täler und Reisterrassen. Als wir zum Haus zurück kehrten war niemand da. Bald kam jedoch Mu's ältester Sohn von der Schule nach Hause. Leider spricht ausser Mu und Si niemand von der Familie Englisch. Mit Händen und Füssen klappt's meistens trotzdem. Als alle da waren kochte Mu's 26jähriger Ehemann das Nachtessen zusammen mit Mu's Bruder. Mu kümmerte sich um die Hausarbeit und wir spielten mit den Kindern. Die beiden Älteren schauten mit Pädu Fotos auf seiner Digicam an. Sie waren fasziniert vom Touchscreen. Ich schaute zum 1jährigen Jungen, welchen ich ins Herz schloss. Am Abend hatte ich einen kleinen Sonnenstich, deshalb überliess ich den Reiswein nach dem Essen den Herren ;-) Wir gingen früh ins Bett. Als wir nach der Toilette fragten, hiess es "Everywhere is the toilet" (Überall ist die Toilette) :-) Also suchten wir uns draussen ein Plätzli als WC, putzten die Zähne und gingen zu Bett. Um ca. 6.00h standen wir auf. Dem krähenden Hahn hätte ich sowieso bald die Gurgel umgedreht... Wir durften Mu beim Maismehl mahlen zusehen und auch mithelfen. Danach gab es Frühstück. Es wurden auch gekochte Bambusmaden serviert, welche sehr lecker schmeckten. Knusprig, salzig und viel Eiweiss :-D Bald traten wir den Rückweg nach Sa Pa an. Mu und Si fuhren mit Mu's Ehemann mit dem Motorrad in die Stadt. Pädu und ich gingen zu Fuss. Gegen Mittag kamen wir im Hotel an. Dieser homestay war ein einmaliges Erlebnis!

Frühstückstisch (man beachte die Bambusmaden) Ä Guete!

Der sonntägliche Markt der Blumen-Hmong ist die grosse Attraktion in Bac Ha. Viele ethnische Minderheiten wandern aus ihren Dörfern zu diesem Markt, um an dem Treiben teilzuhaben. Wir entschieden uns ein Moped zu mieten, damit wir vor den vielen Touris in Bac Ha ankommen. Morgens kurz vor 6.00h stiegen wir auf's Moped. Zuerst mussten wir die Tankstelle ansteuern, welche jedoch "erst" um Punkt 6 öffnete. Danach konnte unsere Fahrt los gehen. Es ist ein ganz anderes Gefühl mit dem Moped zu reisen. Die frische Luft, die herrliche Kulisse, die lachenden Kinder, die freundlich winken... Die 1. Stunde von Sa Pa nach Lao Cai war für mich das Highlight. Fast ohne Verkehr die Bergstrasse runter zu fahren - in dieser atemberaubenden Landschaft. Das war fast etwas kitschig :-) Um 9.00h kamen wir in Bac Ha an. Wir parkten unser Moped und mischten uns unter's Volk. Der Markt war bereits in vollem Gange und wir wussten gar nicht wohin schauen. Überall die Frauen der Blumen-Hmong in ihren farbenprächtigen Trachten. Wir knipsten viele Fotos und konnten uns beim Shoppen nicht zurückhalten. Wir kauften einen farbenfrohen gestrickten Rucksack, welchen wir als Tagesrucksack verwenden. Super Kauf, da wir keinen dabei haben. Ich habe mir noch eine Tasche gänggelet und Pädu ein kleines Täschli. Diese selbstgefertigten Sachen der Blumen-Hmong sind wunderschön. Es stecken viele Stunden, Tage, Wochen Arbeit in diesen Handarbeiten. Die Sonne brannte und nach 2h Markttreiben und dem vielgehörten Satz "hello,you buy from me?!!" fuhren wir mit dem Moped wieder Richtung Sa Pa. Die Fahrt verlief ohne Probleme und wir kamen mit Souvenirs bepackt retour ins Hotel :-)

Marktstände am Sonntagsmarkt in Bac Ha

An unserem letzten Tag in Sa Pa mieteten wir nochmals einen halben Tag ein Moped. Wir fuhren ca. 20 Minuten bis zum Silver Waterfall. Dort trafen wir ein junges polnisches Paar aus Warschau. Wir verstanden uns auf Anhieb und stiegen die Stufen zum Wasserfall gemeinsam hoch. Der Wasserfall war schön, aber jedoch ohne Wow-Effekt. Dorota und Michal fragten, ob wir gemeinsam den anderen Wasserfall anschauen wollen.  Wir fuhren mit unseren gemieteten Mopeds einige Meter weiter zum Love-Wasserfall. Nach einigen Gehminuten durch den schönen Wald standen wir vor dem Wasserfall. Da war er, der Wow-Effekt. Wir alle fanden diesen Wasserfall viel beeindruckender als der Vorherige. Zurück beim Parkplatz liefen wir noch die Treppe hoch zum Aussichtspunkt. Einige Moped-Minuten weiter befanden wir uns auf dem Tram Ton Pass (1995m). Dies ist der höchste Gebirgspass in Vietnam. Während Sa Pa einer der kältesten Orte von Vietnam ist, gilt Lai Chau auf der anderen Seite des Passes als einer der wärmsten. Der Pass trennt die zwei Klimazonen. Da wir unser Moped abgeben mussten, fuhren wir retour zum Hotel. Zu Viert gingen wir auf dem Markt Bun Cha essen und verabschiedeten uns danach von Dorota und Michal. Ich fand es wirklich Schade, dass wir die Zwei nur so kurz trafen. Sie waren genau unsere Wellenlänge, total nette Individualreisende. Um die meisten Touris machen wir einen weiten Bogen. Beim Essen treffen wir mehrheitlich sowieso nur Einheimische. Die Touris verschanzen sich in ihr Hotelrestaurant oder ein westlich aussehendes Resti mit westlichem Essen. Dies sagt uns überhaupt nicht zu. Dorota, Michal und wir sagten immer "We're not tourists..." ;-) Wir wollen ja das Land, die Leute und deren Kultur kennen lernen.

"Love Waterfall"

Mit dem Minibus ging's dann talwärts nach Lao Cai. Da unser Bus nach Ha Giang am nächsten Morgen um 6.30h in Lao Cai losfuhr, mussten wir dort übernachten. Wir quartierten uns für eine Nacht im B&B The Nest ein. Wir haben viel Schlechtes gelesen über Lao Cai. Wir fanden es jedoch ok als Zwischenstopp. Nun sind wir gespannt auf das Hochland, welches anscheinend wenig bereist und landschaftlich überwältigend sein muss.

1 Kommentar :

Hallo zämä! Ihr erlebt ja bereits in kurzer Zeit viele tolle Sachen!!Hört sich sehr spannend an!Wir befinden uns nach unserer 3 -wöchigen 4WD Tour durchs Outback wieder in Darwin, es war ein besonderes Erlebnis durch die 4WD Tracks und durch die Flüsse zu fahren abseits der Zivilisation!! Noch eine erlebnisreiche Weiterreise!! Liebe liebe Grüsse aus Australien!! Miss you!! Cola
Oktober 20, 2013 09:28
Alle anschauen von Larry

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